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24.03.2005

Spin-off der anderen Art: Associates von Freshfields und Hengeler auf eigenen Wegen

Drei erfahrene Transaktionsrechtler von Freshfields Bruckhaus Deringer und einer von Hengeler Mueller machen ab April in Frankfurt gemeinsame Sache: Unter dem Namen Greenfort wollen sich Dr. Carsten Angersbach (36), Dr. Daniel Röder (33), Gunther Weiss (35) und Andreas von Oppen (34) an mittelständische Unternehmen und mittelgroße Finanzinvestoren richten.“Diese Klientel hat einen großen Bedarf an qualitativ hochwertiger und zugleich persönlicher anwaltlicher Beratung bei moderater Honorargestaltung“, sagte Carsten Angersbach. Die vier sehen daher beträchtliches Potenzial in dem Segment.

In ihren alten Kanzleien haben die Greenfort-Gründer Erfahrungen bei verschiedenen Transaktionen gesammelt. Hengeler-Associate von Oppen hat jüngst etwa MG Technologies beim Verkauf von Dynamit Nobel mitberaten und war auf Seiten von BorgWarner bei der Beru-Übernahme tätig. Die bisherigen Freshfields-Anwälte waren unter anderem beteiligt bei der öffentlichen Übernahme von Kamps durch Barilla, beim Erwerb der Deutsche Herold Versicherungsgruppe durch die Zurich Financial Services oder bei einer Kapitalmaßnahme der EnBW Energie Baden-Württemberg.

Nicht zuletzt aufgrund ihrer Berufserfahrung verfügen die vier Anwälte jeweils über persönliche Netzwerke, von denen sie nun profitieren könnten.

Neben dem Transaktionsgeschäft will die Kanzlei aber auch Dauerberatung anbieten. Dies sei insbesondere bei der angepeilten Mandantschaft wichtig, sagte Corporate-Anwalt von Oppen: „Für Mittelständler ist umfassende Beratung eine wichtige Komponente.“

Allerdings glauben die Greenfort-Gründer, bei größeren Transaktionen von Zeit zu Zeit auch als Co-Counsel ihrer alten Kanzleien in Frage zu kommen: „Als unabhängiger Player sind wir sicherlich ein attraktiver Partner für die Großen“, so Weiss.

Freshfields-Partner Dr. Matthias-Gabriel Kremer sagte, seine Kanzlei werde mit den ehemaligen Kollegen „auch in Zukunft freundschaftlich verbunden bleiben“.

Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Associate-Spin-offs von Freshfields in Hamburg und ihrem Schritt sehen die Frankfurter Kanzleigründer nicht. „Frankfurt ist ein anderer Markt als Hamburg“, sagte Röder: „Wir verspüren alle einen großen Gründergeist.“ (Jörn Poppelbaum)

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