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29.06.2006

Dritter Neuzugang: Howrey holt Ex-Haarmann-Partnerin Maier für Paris und Brüssel

Die Kartell- und Beihilferechtlerin Martina Maier geht Ende Juli zu der US-Kanzlei Howrey. Die 39-Jährige war bis zuletzt International Partner der sich in Auflösung befindlichen Kanzlei Haarmann Hemmelrath und arbeitete von den Büros in Paris und Brüssel aus. Für Howrey ist Maier bereits der dritte Neuzugang innerhalb weniger Wochen. Erst vor kurzem hatten sich der angesehene EU-Kommissionsbeamte Götz Drauz sowie Freshfields Bruckhaus Deringer-Partner Dr. Marc Reysen dem Brüsseler Büro der US-Kanzlei angeschlossen. Der Managing-Partner von Howrey in Brüssel, Trevor Soames, betonte den festen Entschluss der Kanzlei, in allen Bereichen des europäischen und deutschen Kartellrechts eine führende Position zu belegen: „Martina Maiers Einstieg ist nun ein weiteres Beispiel für die konsequente Verwirklichung dieser Strategie“, so Soames.

„Nach der Auflösung von Haarmann Hemmelrath habe ich natürlich viele Gespräche geführt“, sagte Maier. „Götz Drauz und Marc Reysen sind Kollegen, mit denen ich künftig sehr gerne zusammenarbeiten möchte. Wir hatten zeitweise sogar überlegt, gemeinsam eine kartellrechtliche Boutique zu eröffnen. Aber Howrey bietet mit ihrer spezialisierten Ausrichtung und dem großen internationalen Netzwerk eine Plattform, mit der wir unsere unterschiedlichen Praxen ideal ausbauen können.“

Maier wird wie bisher in Paris, wo Howrey ebenfalls ein Büro unterhält, sowie in Brüssel arbeiten. Zu ihren regelmäßigen Mandanten gehört unter anderem Essilor; daneben beriet sie zuletzt etwa Taiyo Nippon und Quadriga in Transaktionen, VW bei einer Akquisition in Holland oder die Stadt Lübeck beihilferechtlich zum Einsteig von Infratil beim Flughafen Lübeck. Außerdem zählte sie seinerzeit zu dem Beraterteam von SAP im Rahmen des geplatzten Zusammenschlusses mit Microsoft.

Die Entscheidung, das ehemalige Pariser Haarmann Hemmelrath-Büro zu verlassen, sei ihr nicht leicht gefallen, sagte Maier nun. „Aber ich möchte künftig weiter spezialisiert arbeiten und habe mich jetzt bewusst für ein anderes Geschäftsmodell als die Arbeit in einer Fullservice-Einheit entschieden. Mit vielen Partnern, auch und gerade mit meinem früheren Brüsseler Partner Roniger werde ich natürlich weiter zusammenarbeiten.“

Die Kanzlei des namhaften österreichischen Kartellrechtlers Dr. Rainer Roniger, das frühere Wiener Büro Haarmann Hügel, gehört heute als bpv Hügel zu dem neugegründeten österreichisch-osteuropäischen Kanzleiverbund bpv legal aus früheren Haarmann-Büros (siehe Nachricht). Zur Zukunft des Pariser Haarmann Hemmelrath-Büros hieß es aus der Kanzlei: Die Pläne der übrigen Partner seien zwar bereits konkret, derzeit aber noch nicht öffentlich.

Howrey ist eine internationale, auf die Gebiete IP, Kartellrecht und in den USA und London auch Litigation ausgerichtete Spezialkanzlei. Von ihren weltweit 123 Equity-Partnern sind mehr als 50 Kartellrechtler. Die Fachzeitschrift ‚Global Competition Review‘ benennt sie mit 105 Millionen Euro zugleich als die weltweit umsatzstärkste Kartellpraxis. Anwälte des Brüsseler Büros berieten zuletzt unter anderem den Chemiekonzern ICI im Rahmen des Acrylglas-Bußgeldverfahrens oder – zusammen mit Freshfields – Rockwell als Intervenientin im EuG-Prozess um die viel beachtete GE/Honeywell-Entscheidung der EU-Kommission. (Antje Neumann)

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