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29.03.2007

Start in Deutschland: Field Fisher eröffnet mit Buse-Anwälten in Hamburg

Die englische Kanzlei Field Fisher Waterhouse hat zum April mit vier Anwälten ihrer bisherigen Allianz-Kanzlei Buse Heberer Fromm ein eigenes deutsches Büro in Hamburg eröffnet. Anfang März hatten die Mitglieder des internationalen Kanzleiverbundes European Legal Alliance (ELA), dem beide Kanzleien angehören, dessen Auflösung zum April beschlossen.Das Startteam von Field Fisher besteht aus dem Gesellschaftsrechtler Frank Moerchen (62), der als International Partner bei der englischen Kanzlei einsteigt, sowie aus den National Partnern Michael Adam (36), Thomas Demmel (34) und Dr. Philipp Plog (34).

Die Gesellschaftsrechtler Adam und Demmel gehörten bei Buse als Associates zum Team von Moerchen. Zuletzt hatten sie etwa den Hamburg Trust im Zusammenhang mit der Übernahme der RAG-Tochter DBT durch das US-Unternehmen Bucyrus International beraten. Die drei Anwälte waren bereits im vergangenen September aus dem Buse-Büro ausgezogen, gehören der Kanzlei jedoch formal bis Monatsende an. Die Entscheidung, sich Field Fisher anzuschließen, war im Januar gefallen. Plog, der erst vor rund zwei Jahren von Lovells zu Buse gekommen war, arbeitete bislang im Team um den renommierten Presserechtler Michael Nesselhauf. Field Fisher will ihre Beratungsschwerpunkte künftig auf Corporate, IP und IT legen.

„Durch diesen Schritt können wir nun eine einheitliche, integrierte Beratung anbieten“, sagte Moerchen. „Das war die logische nächste Entwicklung von Field Fisher Waterhouse in Deutschland. Hierfür haben wir eine gesunde Basis für ein schnelles Wachstum geliefert.“ Weitere Quereinsteiger sollen kurzfristig vor allem für IP und IT hinzu kommen. Bis Ende des Jahres sollen rund 15 Anwälte für Field Fisher in Deutschland tätig sein. Mittelfristig ist auch die Eröffnung weiterer deutscher Büros geplant.

Moerchen zählte zu den bekannten Gesellschaftsrechtlern im Hamburger Buse-Büro. Er war seit 1989 Partner bei der Vorgängerkanzlei Buse Koch Gorsler Nesselhauf & Moerchen. Zu seinen Mandanten zählen unter anderem Olympus und die Wölbern-Gruppe.

Die Auflösung der ELA hat auch Auswirkungen in anderen europäischen Ländern: Zeitgleich mit Hamburg eröffnet Field Fisher mit drei Partnern der ehemaligen belgischen Allianzkanzlei Verhaegen Walravens ein Büro in Brüssel. Mit Jiménez de Parga gingen die Briten in Spanien eine exklusive Partnerschaft ein und auch mit der Pariser Kanzlei Dubarry Le Douarin Veil wurde bereits eine grundsätzliche Einigung über einen Zusammenschluss erzielt. Beide Kanzleien gehörten ebenfalls zur ELA.

In London gründete die Kanzlei ein neues internationales Gremium, in dem neben fünf Londoner Partnern auch Moerchen sowie ein Brüsseler und ein Pariser Partner sitzen.

Buse gehört nun nach der Auflösung von ELA nicht mehr einer formalen internationalen Allianz an. Die Kanzlei hat jedoch eigene Präsenzen in Zürich, Sydney und Palma de Mallorca. Zuletzt hatten sie 2005 auch eine Niederlassung in New York eröffnet. Nach diesem Modell will Buse nun zeitnah weitere Respräsentanzen in ausgesuchten Wirtschaftszentren eröffnen, um Kontakte zu Mandanten sowie zu Kanzleien in den jeweiligen Regionen zu vertiefen. An den Standorten sollen dann Best-Friend-Beziehungen zu Kanzleien auf- und ausgebaut werden.

„Wir können jetzt selbst unser Geschäft akquirieren und sind nicht mehr exklusiv gebunden“, sagte Christian Pothe, Geschäftsführer bei Buse. Im Hamburger Buse-Büro sind nach den Weggängen noch 13 Partner und 14 Associates tätig. (Christine Albert)

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