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12.04.2007

Fusion: Hemmelrath schließt sich Mazars an

Die multidisziplinäre RSM Hemmelrath-Gruppe schließt sich mit der französischen WP- und Steuerberatersozietät Mazars zusammen. Sowohl die deutschen Büros als auch die Standorte in Osteuropa und in Paris werden – jedenfalls auf der Ebene der Wirtschaftsprüfer (WP) und Steuerberater (StB) – zusammengeführt. Für die Rechtsberatung wird eine eigene Gesellschaft gegründet. Der genaue Zeitpunkt des Zusammenschlusses steht noch nicht fest.

Hemmelrath führt in Nachfolge von Haarmann Hemmelrath den Namen des internationalen WP-Netzwerkes RSM weiter. Diese Verbindung wird es künftig in der bisherigen Form nicht mehr geben: Weil die Wirtschaftsprüfer und Steuerberater mittelfristig unter das europäische Dach von Mazars schlüpfen werden, muss sich die in 70 Ländern tätige RSM-Allianz in Deutschland nun nach einem neuen Partner umschauen.

Eine in mehrfacher Hinsicht besondere Situation ergibt sich für die Rechtsberatung. In Deutschland und allen anderen europäischen Jurisdiktionen wird es – wie bisher bei Hemmelrath – eine eigene Rechtsanwalts- und Steuerberatungsgesellschaft geben. Diese wird genauso wie die WP-Gesellschaften von Mazars/Hemmelrath mittelbar Teil der in Belgien ansässigen Mazars-Sondergesellschaft, in der alle Länderunternehmungen versammelt sind.

Für das Anwalts-Büro in Paris könnte sich diese Konstruktion aber nach Auskunft von Berufsrechtsspezialisten als problematisch erweisen. Da in Frankreich eine multidisziplinäre partnerschaftliche Verbindung verboten ist, bleibt für den vom renommierten ehemaligen Haarmann-Hemmelrath-Partner Dr. Bernd Sagasser geführten Standort offenbar der bisherige Sonderweg bestehen. Auch bislang tritt das Büro schon als François Sagasser & Associés – Member of Hemmelrath Group auf.

Mit der Fusion ist zudem die Zusammenarbeit von Mazars in Deutschland mit der Frankfurter Kanzlei Heide endgültig Geschichte. Schon vor einigen Jahren wurde unter dem Eindruck des Loi sur la sécurité financière – dem französischen Pendant des amerikanischen Sarbanes-Oxley-Act – die rechtliche Verbindung zwischen der Kanzlei und der WP-Gesellschaft gekappt und auf eine Kooperation umgestellt.

Die Fusion mit Mazars will Heide-Managing-Partner Lutz Hartmann dementsprechend nicht mitvollziehen: „Für uns würde es sonst unmöglich, französische Unternehmen mit Konzernabschluss zu beraten, die gleichzeitig von Mazars geprüft werden.“ Französische Unternehmen bei ihrem Geschäft in Deutschland zu betreuen, macht laut Hartmann rund 80 Prozent der Mandate von Heide aus.

Durch den Zusammenschluss von Mazars und Hemmelrath entsteht in Deutschland nach Angaben der Gesellschaften ein Unternehmen mit 400 Mitarbeitern und einem für 2007 geplanten Umsatz von 50 Millionen Euro.

Mazars wurde bei der Fusion von den White & Case-Partnern Reinhard Dammann aus Paris und Dr. Christoph Kuzaj aus Düsseldorf beraten. Hemmelrath war dem Vernehmen nach selbst tätig in Zusammenarbeit mit Spieker & Jäger. (Jörn Poppelbaum)

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