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29.12.2007

Trennung in Hamburg: Zehnköpfiges Team verlässt Buse Heberer Fromm

Nahezu die Hälfte des Hamburger Büros von Buse Heberer Fromm verlässt die Kanzlei zum Januar 2008 und macht sich als Nesselhauf Rechtsanwälte selbstständig. Mit dem bundesweit anerkannten Presserechtler Michael Nesselhauf (68) wechseln neun Anwälte, darunter der IP-Partner Dr. Volker Knies (40) und der Gesellschaftsrechtspartner Bernd Koch (65). Zu dem Team gehören zudem die Buse-Associates Dr. Katharina Gyllensvärd, Dr. Christina Kellerhoff, Sebastian Carl Schmidt, Sidonie von Wedel, Dr. Till Dunckel, Dr. Stephanie Vendt sowie J. Friedrich Niebuhr. Vendt und Niebuhr werden in der neuen Sozietät als Partner starten.

Bei Buse in Hamburg ist damit im Bereich Corporate und M&A mit Dr. Dagmar Waldzus nur noch eine Partnerin tätig. Insgesamt verbleiben noch zwölf Anwälte in dem Büro. Nach eigenen Angaben arbeitet die Kanzlei derzeit jedoch am Ausbau des Standorts.

Zu den Hintergründen der Abspaltung will sich derzeit keiner der Beteiligten äußern. Nach JUVE-Informationen hat es aber besonders in Hamburg zuletzt unterschiedliche Auffassungen zur Ausrichtung des Büros sowie zur nationalen und internationalen Strategie der Kanzlei gegeben. So hatte der Standort auch zuvor schon zahlreiche personelle Abgänge zu verzeichnen: Kurz nach dem Zerbrechen des internationalen Netzwerks European Legal Alliance im März diesen Jahres eröffnete der ehemalige britische Allianzpartner Field Fisher Waterhouse ein deutsches Büro. Zum Startteam zählte der Buse-Gesellschaftsrechtler Frank Moerchen, mit ihm wechselten drei Buse-Associates. Nur wenige Monate später verließ der Gesellschafts- und Bankrechtler Dr. Michael Leue die Sozietät. Er eröffnete in Deutschland für die US-amerikanische Kanzlei Bryan Cave. Ihm folgte kurz darauf der auf die Beratung skadinavischer Unternehmen spezialisierte Partner Staffan Wegdell.

Mit Nesselhauf verliert die Kanzlei einen renommierten Partner. Er gehörte zu den Gründungspartnern der heutigen Sozietät Buse Heberer Fromm: 1999 fusionierte die Hamburger Sozietät Buse Koch Gorsler Nesselhauf & Moerchen mit der zu dieser Zeit in Frankfurt und Berlin ansässigen Kanzlei Heberer Fromm.

Nesselhaufs neue Einheit will sich als Boutique auf die Beratung in den Bereichen Geistiges Eigentum, Informationstechnologie sowie Medien fokussieren. Nesselhauf selbst ist bekannt für die presserechtliche Vertretung von Betroffen, im Rampenlicht stand er unter anderem durch seine Tätigkeit für den Altbundeskanzler Gerhard Schröder. Doch auch Verlage gehören zu den Mandanten des ehemaligen ‚Spiegel‘-Geschäftsführers. Knies betreut in marken- und wettbewerbsrechtlichen Fragen unter anderem Jette Joop und Paris Hilton. Vor allem für die IP-Praxis hatte der Wegfall der Zusammenarbeit mit Field Fisher, die einen deutlichen IP-Schwerpunkt hat, eine Lücke in der internationalen Zusammenarbeit hinterlassen.

Gerüchten zufolge sind auch im Münchner Buse-Büro Abgänge zu erwarten. Sollten sich diese bestätigten, könnte sich der Standort auf fünf Anwälte reduzieren. Bis Redaktionsschluss war jedoch keine offizielle Stellungnahme zu erhalten. (Simone Bocksrocker)

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