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12.03.2009

Wiedersehen bei E&Y Law: Luther-Anwälte kommen in Eschborn und München dazu

Die Rechtsanwaltsgesellschaft des Big-Four-Wirtschaftprüfungsunternehmens Ernst & Young, E&Y Law, hat binnen weniger Wochen drei Quereinsteiger von Luther geholt. Wie jetzt im Markt bekannt wurde, wechselten Mitte Februar in Eschborn der Corporate-Anwalt Dr. Ansgar Becker (38) und der Immobilienrechtler Raphael Slowik (39), wenige Tage darauf kam in München der Arbeitsrechtler Dr. Karsten Umnuß (46) als neuer Partner hinzu. Alle Neuzugänge waren zuvor Salary-Partner bei Luther.Mit Umnuß geht der einzige Arbeitsrechtspartner im Münchner Luther-Büro von Bord. Er gehörte der Sozietät und deren Vorgesellschaften seit 1998 an und leitete zuletzt das Mitarbeiterbeteiligungsteam der Kanzlei. Die Planung und Konzeption von Beteiligungsprogrammen einschließlich deren gesellschaftsrechtlicher Umsetzung ist einer seiner Schwerpunkte. Nach dem Weggang von Umnuß besteht die Arbeitsrechtspraxis vor Ort noch aus drei Associates.

In Eschborn erweitern Becker und Slowik das Team um Dr. Fritjof Börner, der im vergangenen Jahr zum Startteam von E&Y Law gehörte. Auch Börner war früher bei Luther gewesen, hatte die Kanzlei jedoch bereits nach Beendigung der Assoziierung mit Ernst & Young im November 2006 verlassen und war Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Eschborn geworden.
Becker arbeitete seit 2002 bei Luther und war Anfang 2007 zum Salary-Partner ernannt worden. Seine Schwerpunkte liegen im Gesellschafts- und Bankaufsichtsrecht. Zu seinen Mandanten zählen Banken, Energieversorger sowie Unternehmen aus der Softwarebranche.

Slowik leitete zuletzt in Eschborn das Immobilienwirtschaftsrecht. Er war 2007 aus dem Düsseldorfer Büro von Hemmelrath & Partner gekommen, wo er zuvor Associate war. Slowik begleitet Investoren, Fondsgesellschaften und Immobiliengesellschaften bei grundstücks- und planungsbezogenen Fragen und Portfoliotransaktionen. Beide steigen bei E&Y Law als so genannte Director ein, was in anderen Kanzleien der Stellung des Salary-Partners entspricht.

Eine Sprecherin von Luther bestätigte die jüngsten Weggänge, wollte sie aber nicht kommentieren. Luther und Ernst & Young verbindet eine gemeinsame Vergangenheit, deren Wurzeln zum Teil in die frühen 1990er Jahre zurückreichen. Unter verschiedenen Namen und Konstellationen war Luther bis Ende 2006 als Rechtsberatungsarm mit der Big-Four-Prüfungsgesellschaft assoziiert. Aufgrund verschiedener regulatorischer Eingriffe in die Berufsausübung von Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten, die nochmals durch Gesetzesänderungen im französischen Handelsrecht verschärft worden waren, gingen Luther und Ernst & Young ab diesem Zeitpunkt getrennte Wege.

Den Verlust der Steuer- bzw. Rechtsberatungsteile haben beide Unternehmen mittlerweile ausgeglichen: Seit August 2008 ist E&Y Law ins Handelsregister eingetragen und mittlerweile an acht Standorten mit aktuell 38 Berufsträgern vertreten. Auch Luther wandelte sich wieder zur multidisziplinären Kanzlei: Mit Quereinsteigern von Deloitte in Eschborn und einem Team von Beiten Burkhardt in München baute sie den Steuerbereich seit Jahresbeginn 2008 auf und trat dem weltweiten Steuernetzwerk Taxand bei. (Marcus Jung)

Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 11. März 2009

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