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27.08.2009

Kartellrecht: Shearman verliert beide Brüsseler Partner an Arnold & Porter

Shearman & Sterling verliert zum September ihre beiden Brüsseler Kartellrechtspartner. Annette Schild (48) und Silvio Cappellari (41) wechseln vor Ort zu der angesehenen US-amerikanischen Kanzlei Arnold & Porter. Beide gehören zum etablierten Kreis der Brüsseler Kartell- und Europarechtler, Mitte 2001 waren sie von Cleary Gottlieb Steen & Hamilton gewechselt, um für Shearman die Brüsseler Präsenz aufzubauen. Auch Counsel Stephanie Birmanns (37) schließt sich ihnen an. Shearman wird durch die Weggänge empfindlich getroffen. Die Kanzlei verliert mit ihren beiden Brüsseler Partnern zugleich einen erheblichen Teil ihrer deutschen Kartellrechtskapazität. Ihr bleibt jedoch mit Dr. Jürgen Meyer-Lindemann noch ein Kartellrechtspartner, der fachlich ebenfalls hoch angesehen ist. Nach einigen Associateabgängen in den vergangenen Jahren arbeitet er allerdings mit einem relativ kleinen Team. Unklar ist noch, wie sich die im Brüsseler Büro verbleibenden Associates entscheiden. Shearman will an dem Büro festhalten, zunächst sollen es Meyer-Lindemann und der Londoner Partner Matthew Readings betreuen. Im letzten Jahr hatte Shearman im Zuge der Abspaltung des Mannheimer Büros aber auch schon den bekannten Kartellrechtspartner Hans-Joachim Hellmann verloren.

Schild ist für ihre exzellenten Kontakte zu Areva und anderen französischen Mandanten bekannt, Cappellari berät unter anderem Cargolux im EU-Kartellverfahren um Preisabsprachen im Luftfrachtverkehr. Beide haben für Unternehmen wie BASF, Siemens und Novartis zahlreiche internationale Fusionskontrollen betreut und treffen im Brüsseler Büro von Arnold & Porter auf eine ebenfalls angesehene Gruppe von EU-Kartellrechtlern: Die frühere Clifford Chance-Partnerin Marleen Van Kerckhove hatte das Büro im Sommer 2003 eröffnet, wenig später kam aus der Generaldirektion Wettbewerb der EU-Kommission mit Luc Gyselen ein weiterer Partner als Verstärkung dazu. Zwei Londoner Partner sind ebenfalls regelmäßig vor Ort.

Die Leiterin der europäischen Kartellrechtspraxis Van Kerckhove sagte: „Annette, Silvio und Stephanie stellen eine hervorragende Erweiterung unseres Brüsseler Teams dar. Mit ihnen werden wir einen noch breiteren Mandantenstamm in Europa betreuen können.“

Im deutschen Markt ist Arnold & Porter im Wesentlichen unter Kartellrechtlern bekannt. Mit dem Counsel Axel Gutermuth gibt es in Brüssel bereits einen deutschen Anwalt. Er war vor knapp zwei Jahren von Wilmer Hale gewechselt (JUVE 12/07). Zu den regelmäßigen Mandanten des Büros gehören unter anderem Pfizer, Kraft Foods und General Electric.

Arnold & Porter zählt in den USA zu den Top-50-Kanzleien und ist bekannt für ihr starkes Washingtoner Büro und ihre kartellrechtliche Arbeit. Insgesamt ist sie aber fachlich breiter aufgestellt. Die Kanzlei zählt weltweit rund 630 Anwälte und erwirtschaftete nach Angaben des US-Magazins ‚American Lawyer‘ im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von insgesamt 415 Millionen US-Dollar. (Antje Neumann)

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