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04.05.2012

Dewey-Zerfall: Erstes deutsches Team geht und eröffnet für McDermott in Frankfurt

Nun verlässt auch in Deutschland das erste Team Dewey & LeBoeuf. Eine mindestens vierköpfige Gruppe um die beiden Equity-Partner Philip von Ilberg und Joseph Marx wechselt zum US-Wettbewerber McDermott Will & Emery. Sie eröffnet für die Sozietät in Frankfurt das dritte deutsche Büro.

Philip von Ilberg

Neben von Ilberg, dem bisherigen Leiter des einzigen deutschen Dewey-Büros, und Marx steigen auch Dr. Martin Kniehase und Dr. Moritz von Hutten bei McDermott ein. Beide werden Salary-Partner. Ob und wie viele Associates aus dem Team sich ebenfalls anschließen, steht noch nicht fest. Das Team soll bereits in den kommenden Tagen bei McDermott an Bord gehen.

Das Dewey-Team um die beiden Equity-Partner von Ilberg und Marx ist auf Kapitalmarktrecht spezialisiert, insbesondere eigenkapitalmarktrechtliche Transaktionen wie Börsengänge und Kapitalerhöhungen. Von Ilberg arbeitete knapp neun Jahre für Dewey, Marx rund sechs Jahre. Kniehase war dagegen war erst im vergangenen Jahr hinzugestoßen.

Wo der Rest des zuletzt noch knapp 30 Anwälte zählenden Teams künftig arbeiten wird, steht, soweit bekannt, noch nicht fest. Zumindest bei einem größeren Corporate-Team des Büros steht nach JUVE-Informationen aber eine Entscheidung unmittelbar bevor.

Bei Dewey überschlagen sich unterdessen auch international die Ereignisse. Deutsche Anwälte der Kanzlei gehen davon aus, dass spätestens bis Ende Mai die Lichter ausgehen. Zum Teil erwarten sie eine Entscheidung über das Kanzleiende sogar schon an binnen weniger Tage. Dies scheint immer wahrscheinlicher, denn inzwischen haben schon weit mehr als die Hälfte der 300 Partner die Kanzlei verlassen. Alleine in der vergangenen Woche haben mehr als 50 Partner die Kanzlei verlassen. Bisheriger Negativrekord an einem Tag war die Flucht von gleich 22 Partnern gestern, darunter zwei Mitglieder der Führungsspitze.

Richard Shutran, Co-Spitze der Corporate-Praxis, wechselt zu O´Melveny & Myers, Jeffrey Kesser, Chef der Litigation-Praxis  geht zu Winston & Strawn. Zuvor wechselte in der vergangenen Woche das als sehr erfolgreich geltende Moskauer Büro der Kanzlei zu Morgan Lewis & Bockius. Zu dem Team gehören insgesamt acht Partner. Auch in London wechselten mehrere Dewey-Anwälte zu Morgan Lewis, darunter der Managing-Partner des Büros, Peter Sharp.

In New York schließlich gab Morton Pierce, einer der herausragenden Anwälte der Kanzlei seinen Abschied bekannt. Der M&A-Rainmaker arbeitet künftig für White & Case und nimmt ein Team aus acht bis zehn Anwälten mit. Er gehört zu den prägenden Juristen an der Wallstreet und arbeitet unter anderem regelmäßig für die Deutsche Bank. Zuletzt war er Vize Chairman der Sozietät und früher Chairman der Vorgängerkanzlei Dewey Ballantine. Pierce gilt als einer der Architekten des Zusammenschlusses mit LeBoeuf Lamb Greene & MacRae 2007. (René Bender)

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