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01.03.2013

S&K-Skandal weitet sich aus: HammPartner verteidigt inhaftierten Anwalt

Der Betrugs- und Anlageskandal um die Immobiliengruppe S&K zieht immer größere Kreise. Zug um Zug kommen dabei weitere Details ans Licht. Festgenommen wurde nun auch Marc-Christian Sch., der im Firmennetzwerk mehrere Geschäftsführerposten inne hatte. Damit sind nun acht Beschuldigte in Haft, darunter der Hausanwalt und Notar der Gruppe, Igor Petri. Seine Verteidigung hat nach JUVE-Informationen die renommierte Frankfurter Strafrechtsboutique HammPartner übernommen.

Bereits zuvor berichtete JUVE über die Rechtsbeistände der beiden S&K-Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller, denen Dr. Ulrich Endres und Catrin Runge zur Seite stehen (mehr…). Die Vorwürfe lauten unter anderem auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug sowie Untreue. Über die Verteidiger weiterer Inhaftierter und Beschuldigter ist bislang noch nichts bekannt.

Die S&K-Gründer Schäfer und Köller sollen mit zahlreichen Komplizen verantwortlich sein für einen der größten Fälle von Anlagebetrug in Deutschland seit Jahren. Ermittelt wird gegen insgesamt 50 Beschuldigte. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Schaden im dreistelligen Millionenbereich aus. Die S&K-Chefs sollen mit weiteren Firmen in Hamburg und Köln ein betrügerisches Firmennetz aufgebaut haben, das Anleger durch ein Schneeballsystem um ihre Gelder gebracht hat.

Unterdessen hat das Amtsgericht München Axel Bierbach von der Münchner Kanzlei Müller-Heydenreich Beutler & Kollegen als vorläufigen Insolvenzverwalter des Fondsanbieters FIHM bestellt. FIHM, die sich über die dicio GmbH zu 86 Prozent im Besitz von S&K befindet, hatte in der vergangenen Woche Insolvenz anmelden müssen. Das Gleiche gilt für mehrere Tochter- und Komplementärgesellschaften der FIHM.

Unter Beschuss ist in dem Komplex inzwischen auch die Finanzaufsicht BaFin geraten. Sie soll einem Bericht des ‚Manager Magazins‘ zufolge versäumt haben einzuschreiten, nachdem mindestens drei Tochterfirmen der S&K-Gruppe offenbar ohne BaFin-Erlaubnis ihre Geschäfte betrieben. Unter Anlegerschutzexperten nährt dies Forderungen nach Reformen in der Finanzaufsicht und beim Anlegerschutz. (René Bender)

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