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10.01.2019

Deutsch-französischer Schulterschluss: GGV Grützmacher fusioniert mit LPA

Zum Jahresbeginn haben sich GGV Grützmacher Gravert Viegener und die französische Sozietät LPA-CGR zusammengeschlossen. Die Kanzleien verbindet ihr Fokus auf das deutsch-französische Beratungsgeschäft, beide waren bislang auch bereits mit eigenen Büros im jeweils anderen Land vertreten. Als LPA-GGV zählt die neue Einheit damit in Deutschland 41 Rechtsanwälte sowie 24 Notare, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer an den Standorten Frankfurt, München und Hamburg. Weltweit arbeiten in der Kanzlei dann 230 Anwälte.

Matthias Krämer

Matthias Krämer

Während LPA-CGR in Frankreich eine Full-Service-Kanzlei ist, hatte sich das bisherige deutsche Team der Einheit auf die Bereiche Immobilien und Erneuerbare Energien spezialisiert. GGV hingegen ist breiter aufgestellt, wenn auch mit Schwerpunkt auf Transaktionen. Zudem hat sie neben Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern auch Notare in ihren Reihen, was den Immobilienfokus von LPA-CGR gut ergänzt. LPA-CGR ist ansonsten sehr international aufgestellt, unter anderem mit eigenen Büros in Hongkong, Schanghai und Tokio. Auch GGV wurde hier zuletzt bereits aktiv, jedoch fehlte ihr immer wieder die notwendige Schlagkraft.

Fabian Tross

Fabian Tross

Das bisherige Münchner Büro von LPA-CGR, das hierzulande unter LPA Feuerstein Kirfel Spieth Tross firmierte und 2013 an den Start ging, bringt 15 Rechtsanwälte in die Fusion ein. Von GGV kommen die Standorte Frankfurt und Hamburg, sodass beide Kanzleien auch regional von dem Zusammenschluss profitieren. Etwas schwieriger war es in Paris: Am Stammsitz von LPA-CGR unterhielt auch GGV schon seit Langem ein Büro. Im Vorfeld der Fusion wechselten nun 2 Partner zu LPA-CGR, die übrigen 19 Berufsträger, davon 6 Partner machen als GGV weiter.

Kay Jeß

Kay Jeß

Das Management der neuen Kanzlei in Deutschland haben die LPA-Anwälte Dr. Fabian Tross und Oliver Kirfel (beide München) sowie die GGV-Anwälte Matthias Krämer (Frankfurt) und Dr. Kay Jeß (Hamburg) übernommen. Neun übergreifende Praxisgruppen und Budgets sollen die Kompetenzen der einzelnen Büros enger miteinander verzahnen.

LPA gehörte früher zum Broadlaw-Netzwerk

LPA-CGR, die 2016 durch die Fusion von Lefèvre Pelletier & Associés und CGR Legal entstand, war Gründungsmitglied der sogenannten Broadlaw Group. Unter deren Dach hatten sich neben ihr die Kanzleien GSK Stockmann (Deutschland), Nabarro (Großbritannien), Nunziante Magrone (Italien) und Roca Junyent (Spanien) zusammengeschlossen, um ihr internationales Beratungsgeschäft zu bündeln. Das Netzwerk setzte allerdings voraus, dass die einzelnen Kanzleien keine Büros in den Ländern der Partnerkanzleien eröffnen.

Oliver Kirfel

Oliver Kirfel

Das deutsche LPA-Büro genoss in diesem Zusammenhang einen Sonderstatus, weil es bereits vor der Gründung der Broadlaw Group existierte. Regelmäßig waren die LPA-Anwälte gemeinsam mit GSK in Transaktionen zu sehen. Als Nabarro allerdings 2017 in Großbritannien mit CMS Cameron McKenna und Olswang fusionierte, schied ein wichtiges Mitglied der Broadlaw Group aus, was letztlich zum Ende des Bündnisses führte – und LPA die Möglichkeit eröffnete, in Deutschland zu expandieren. (Christin Stender)

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