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02.04.2020

Angebote: So engagieren sich Juristen in der Corona-Krise

Sie spenden Desinfektionsmittel, vermitteln Mitarbeiter oder nähen Schutzkleidung – viele Unternehmen haben ihre Geschäfte durch die Corona-Krise ganz oder teilweise umgemodelt. Dazu gehört das kleine Start-up und auch der Weltkonzern. Viele Initiativen sind ehrenamtlich oder erfordern zumindest schnelle und flexible Umstellungen der Kapazitäten. Auch Juristen und Kanzleien engagieren sich – über das klassische Beratungsgeschäft hinaus.

Seit einigen Wochen sammelt Stephan Schmidt aus der IT-Boutique TCI Rechtsanwälte Gesetze, Verordnungen und Urteile, die zur Corona-Krise verabschiedet oder erlassen wurden. Gemeinsam mit Dr. Sebastian Golla von der Universität Mainz und dem Datenschutzexperten Christopher Schmidt pflegt er die Sammlung Lexcorona.de, auf der übersichtlich nach Ländern, Städten und Gemeinden alle bislang bekannten Rechtsakte aufgelistet sind.

Viele Kanzleien bieten eine Pro-Bono-Erstberatung an: In Süddeutschland haben beispielsweise rund 50 Anwälte das Krisennetzwerk Rechtsrat gegründet. Zwischen Köln und Rosenheim können sich von der Pandemie betroffene Selbstständige, Angestellte und Freiberufler kostenlose „Erste Rechts-Hilfe“ holen. Zunächst bis zum 22. April ist täglich eine Stunde lang immer einer der Anwälte telefonisch zu erreichen. Mit dabei sind auch ein Steuerberater, ein Bankbetriebswirt und ein Mediator. Auch die Kanzlei Kunz im Rheinland bietet eine Pro-Bono-Hotline für Kleinunternehmer und Freiberufler an. Um einen Leitfaden durch alle verfügbaren Hilfsangebote zu bekommen, hat die multidisziplinäre Kanzlei Peters Schönberger & Partner eine Dialogseite programmiert.

Kostenlose Erstberatung für Künstler, Gastronomen, Clubbesitzer und andere Kleinsunternehmer gibt es auch beider Hotline der Berliner Kanzlei Härting. Zwei Anwälte kümmern sich dort seit Mitte März um Anrufer, bis mindestens 19. April soll das Angebot noch bestehen bleiben.

Eine Initiative, die ursprünglich der Kölner Anwaltverein angestoßen hat, ist #juranotalone. Die Facebook-Seite richtet sich an Anwälte, Referendare, Kanzleien und soll als Plattform dienen, um sich schnell und unbürokratisch zu helfen. Ein Referendar, der seine Stelle nicht antreten durfte, kann so vielleicht einem völlig überlasteten Kollegen, bei dem die Kinderbetreuung ausfällt, unter die Arme greifen.

Die Vermittlungsplattform von Pro Bono Deutschland, die laufend Non-Profit-Organisationen mit Anwälten in Kontakt bringt, veranstaltet Webinare zur Pandemie und vermittelt auch spezifische Mandate.

Ein Angebot für Studierende, Referendare und Studenten macht die Lern-App Jurafuchs. Sie hat den Jura-Fakultäten der Unis kostenlose Lizenzen eingerichtet.

Der Online-Anwaltsvermittler Advocado hat ein Tool zur Digitalisierung von Bestandsmandaten entwickelt und stellt dies kostenlos zur Verfügung.

(Christiane Schiffer)

Die Sammlung hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wir ergänzen den Artikel immer wieder.

Diesen Artikel finden Sie unter : https://www.juve.de/nachrichten/namenundnachrichten/2020/04/angebote-so-engagieren-sich-juristen-in-der-corona-krise
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