Artikel drucken
25.10.2012

JUVE spricht mit … Dr. Helmut Görling von Görling Acker & Partner

Im Oktober stieß ein anerkanntes Anwaltsteam von Hogan Lovells um den Baurechtler und Compliance-Anwalt Wendelin Acker zu der Frankfurter Kanzlei Görling, die seither unter Görling Acker & Partner firmiert. Namenspartner Dr. Helmut Görling erklärt, warum neben der gesellschaftsrechtlichen Neuordnung auch ein Strategiewandel stattgefunden hat.

Helmut Görling

Helmut Görling

JUVE: Mit Wendelin Acker und Jan Kappel wollen Sie zugleich Ihr Geschäftsfeld auf Immobilienrecht erweitern und im Bereich Litigation intensivieren. Wie soll das aussehen?
Helmut Görling:
Wir sehen die Zeit für den Aufbau einer Prozesskanzlei gekommen, die prozessintensive Rechtsgebiete wie Immobilienrecht, Deliktsrecht und anderes zusammenführt. In unserem angestammten Geschäftsfeld Forensic Services führen wir von jeher Prozesse. Das Team um Wendelin Acker, Jan Kappel und Thomas Günther ist seit Langem in der Konfliktlösung in Immobilien-, Commercial- und Compliancefällen tätig. Daran werden wir anknüpfen.

Wie wird sich dies auf Ihren bisherigen Kernbereich Compliance auswirken?
Wir sehen Synergien gerade im Bereich Immobilien-/Bau- und Anlagenbau, etwa in der Sachverhaltsaufklärung bei „Compliance-Unfällen“. Wir verfügen jetzt über die Manpower und Kompetenz, auch sehr große Compliance-Fälle mit eigenen Ressourcen zu betreuen.

Sie haben auch die gesellschaftsrechtliche Struktur Ihrer Kanzlei geändert. Die MDP-Kanzlei ist heute Partnerschaftsgesellschaft und integriert die bislang eigenständige Vollstreckungs-Firma. Der forensische Geschäftsbereich bleibt hingegen separat. Wo sehen Sie die Vorteile dieser Struktur?
Die Eigenständigkeit des forensischen Bereiches ist steuerlich geboten. Aufbauend auf unserer Erfahrung entwickeln wir künftig dort auch Produkte und Dienstleistungen für Litigation-Support, IT-Forensik und interne Untersuchungen.

Mit der Aufnahme von insgesamt fünf Hogan Lovells-Anwälten sind Sie wieder auf Expansionskurs. Vorherige Personalerweiterungen waren nicht immer nachhaltig. Was ist dieses Mal anders?
Das Team ist erfolgreich und verfügt über stabile Mandatsbeziehungen. Alle Senior-Anwälte in der neuen Partnerschaft haben umfassende Prozesserfahrung, teilweise auch in Schiedsverfahren. Das war nicht immer so. Mit den Bereichen Investigation/Research, Vermögensaufspürung/Zwangsvollstreckung decken wir heute alles ab, was eine Spin-off-Prozesskanzlei haben muss.

Was wollen Sie mit dem neuen Team in zwei Jahren erreicht haben?
Wir werden uns im Markt als schlagkräftige Prozess- und Investigationskanzlei präsentieren. Die neue Struktur kann weitere Litigation-Teams aufnehmen. Ich denke etwa an Wettbewerbs-/Kartellrecht und Corporate Litigation. Mit solchen Teams werden wir das Gespräch suchen, ohne dass wir uns aber selbst unter Druck setzen.

Das Gespräch führte Astrid Jatzkowski.

 

  • Teilen