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11.01.2012

Gewinn und Verlust: Graf von Westphalen verliert Steuerteam, CSU-Politiker kommt

Personelle Veränderungen bei Graf von Westphalen: Zum Jahresbeginn spaltete sich das Hamburger Steuerrechtsteam ab und gründete unter dem Namen PRS Preißer von Rönn Schultz-Aßberg eine eigene Kanzlei. Zugleich gewann Graf von Westphalen in Berlin den bekannten CSU-Politiker Werner Schnappauf als of Counsel hinzu.

Matthias von Rönn

Matthias von Rönn

Mit Prof. Dr. Dr. Michael Preißer (61), den Dreibändern Dr. Matthias von Rönn (51) und Immo Schultz-Aßberg (52) sowie fünf Associates verließ die gesamte Praxisgruppe Steuerrecht die Kanzlei. Für Graf von Westphalen bedeuten die Weggänge zwar zunächst einen Verlust, denn damit fehlt in der gesamten Sozietät nun die originär steuerrechtliche Expertise. Allerdings galt das Hamburger Team, das neben der Steuerrechtsberatung einen Schwerpunkt auf klassischer Steuerberatung hat, als wenig in die Gesamtkanzlei integriert.

Immo Schultz-Aßberg

Immo Schultz-Aßberg

Von Rönn und Schultz-Aßberg gehörten seit 2003 der Partnerschaft bei Graf von Westphalen an, davor waren sie Partner der Hamburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Busch + Partner. Preißer ist Professor für Steuerrecht an der Universität Lüneburg und war mehr als zehn Jahre of Counsel bei Graf von Westphalen. „Wir gehen im Guten auseinander und wollen uns jetzt vermehrt um die Zusammenarbeit mit anderen unabhängigen Kanzleien bemühen, die in ihrer Mandatsarbeit auf eine begleitende steuerrechtliche Beratung nicht verzichten möchten“, sagte Schultz-Aßberg.

Die neue Steuerrechts-Boutique will sich auf die steuerrechtliche Gestaltung von M&A- und Immobilien-Transaktionen, die Umstrukturierung von Unternehmensgruppen sowie der Beratung bei Unternehmensnachfolgen konzentrieren. Zudem sind die Berufsträger auf die Vertretung in Steuerstreitigkeiten gegenüber den Finanzbehörden und vor den Finanzgerichten spezialisiert. Zielgruppe sind mittelständische Unternehmen, Unternehmerfamilien und vermögende Privatpersonen.

Werner Schnappauf neuer of Counsel im Berliner Büro

Werner Schnappauf

Werner Schnappauf

Unterdessen gewann das Berliner Büro von Graf von Westphalen mit dem Zugang von Schnappauf prominente Verstärkung. Der ehemalige bayerische Umweltminister soll insbesondere seine Erfahrungen in den Bereichen Energie und Umwelt in die Kanzlei einbringen. Dazu wird er neben seiner Beratertätigkeit für die Sozietät auch einzelne Mandate, vor allem im Energierecht, betreuen. Der CSU-Politiker ist in Teilzeit für Graf von Westphalen tätig und bleibt weiterhin Berater für die Bank of America Merrill Lynch.

Schnappauf war von 1998 bis 2007 Bayerischer Staatsminister für Landesentwicklung und Umweltfragen sowie später für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Von 2007 bis 2011 war der CSU-Politiker Hauptgeschäftsführer und Mitglied des Präsidiums des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI). Er trat im Frühjahr 2011 von diesem Amt zurück, nachdem ein Sitzungsprotokoll mit Aussagen des damaligen Wirtschaftsministers Rainer Brüderle (FDP) zum vorübergehenden Ausstieg aus der Atomkraft an die Öffentlichkeit gekommen war. Brüderle soll bei einer internen BDI-Runde gesagt haben, das Atom-Moratorium sei vor allem den anstehenden Landtagswahlen geschuldet. (Anja Hall)

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