Artikel drucken
25.03.2014

Sberbank: Aufbau der Rechtsabteilung im Rekordtempo

Die in Wien angesiedelte Europazentrale der russischen Sberbank hat sich seit dem Erhalt der Vollbanklizenz im vergangenen Sommer einem klaren Aufbaukurs verschrieben. Der betrifft auch die Rechtsabteilung: Sie wurde im Oktober 2013 neu zusammengesetzt und wird zum Frühjahr zehn Juristen umfassen.

Lukas Röper

Lukas Röper

Der Rechtsabteilungsleiter des europäischen Arms der russischen Sberbank, Dr. Lukas Röper, gehört derzeit zu den beliebtesten Ansprechpartnern österreichischer Rechtsanwälte. Die einen wittern lukrative Beratungsaufträge, die der 35-Jährige vielleicht in Kürze zu vergeben hat – schließlich gehört sein Institut zu den am schnellsten expandierenden Banken Europas. Die anderen heuern bei ihm gleich als Mitarbeiter an.

Innerhalb eines halben Jahres hat Röper die Rechtsabteilung der in Wien angesiedelten Sberbank Europe auf völlig neue Füße gestellt. Im Oktober 2013 mit seinem dreiköpfigen Kernteam vom russischen Wettbewerber VTB Bank gekommen, bedient sich Röper beim Aufbau der Inhouse-Abteilung seitdem ausschließlich aus der Anwaltschaft. Zum Mai wird seine Abteilung zehn Juristen und sieben Nicht-Juristen zählen. „Seit die Sberbank im vergangenen Sommer die Vollbanklizenz erhalten hat, begleiten wir den Aufbau des Geschäfts. Da war es wichtig, dass die einzelnen Teammitglieder verschiedene Spezialbereiche abdecken, oft auch als Trouble Shooter. Wir setzen daher auf erfahrene Rechtsanwälte“, sagt Röper, der als früherer Anwalt von Skadden Arps Slate Meagher & Flom ebenfalls die andere Seite kennengelernt hat.

Hinzu kommt, dass die Rechtsabteilung von Anfang an Schlüsselfunktionen innerhalb der Organisation der neu aufgestellten früheren Volksbank International einnimmt – und damit einflussreicher sein dürfte als die der meisten Wettbewerber. So ist sie nicht nur direkt unter dem Chief Executive Officer angesiedelt, sondern nimmt neben den klassischen Funktionen einer Rechtsabteilung noch zusätzliche Aufgaben wahr. Beispielsweise ist die ‚Unit Corporate & Board Affairs‘ auch für Vorstandsagenden und Gremialwesen zuständig, die ‚Participations Unit‘ ist zentrales Element für die Wachstumsstrategie der in acht mittel- und osteuropäischen Ländern angesiedelten Tochtergesellschaften. Röper selbst fungiert als direkter Kontakt für die gesamte Kommunikation der Bank mit Finanzaufsicht und Nationalbank.

Erste geschäftliche Erfolge vor allem im Corporate Banking haben sich bereits eingestellt. Unter anderem war die Sberbank Europe als finanzierende Bank am Erwerb des Karstadt Real Estate-Portfolios in Deutschland durch Signa beteiligt und finanzierte mit einem großvolumigen Kredit den Erwerb von zwei der Kaufhäuser des Portfolios in Köln und Dresden. (Jörn Poppelbaum)

  • Teilen