Artikel drucken
24.10.2018

Zigarettenindustrie: Mayr-Melnhof inhaliert mit Binder Grösswang die Tann-Gruppe

Rund 275 Millionen Euro lässt sich der börsenotierte Faltschachtelhersteller Mayr-Melnhof den oberösterreichischen Zigarettenindustriezulieferer Tann kosten. Hauptverkäufer ist die Eurasia Invest Holding, an der mehrheitlich die Familie Trierenberg beteiligt ist. Die Kartellbehörden müssen dem Verkauf noch zustimmen. Der Abschluss der Transaktion ist zum Jahreswechsel vorgesehen.

Florian Khol

Florian Khol

Über die Eurasia hält die Familie Trierenberg bisher 72,5 Prozent an Tann. Die restlichen Anteile liegen bei der Cheops Privatstiftung. Im Rahmen der Transaktion gehen 100 Prozent der Anteile an Mayr-Melnhof (MM) über.

Die Tann-Gruppe mit Hauptsitz in Traun bedruckt und veredelt Feinpapier zu ‚Tipping Paper‘, also dem Papier, das Zigarettenfilter umschließt. Mit acht Produktionsstandorten in sieben Ländern und rund 1.100 Mitarbeitern erzielt die Gruppe einen Jahresumsatz von rund 230 Millionen Euro. Mit dem Kauf will MM eigenen Angaben zufolge die bestehende Produktion von Zigarettenverpackungen um die technologieverwandte Herstellung von Tipping Paper erweitern.

Berater Mayr-Melnhof
Binder Grösswang (Wien): Dr. Florian Khol, Hemma Parsché (beide Federführung), Gottfried Gassner (alle Corprate/M&A), Dr. Johannes Barbist (Öffentliches Recht), Dr. Ivo Rungg (IP; beide Innsbruck); Associates: Lukas-Sebastian Swoboda (Corporate/M&A; Rechtsanwaltsanwärter), Sabine Apfl-Trompeter (Arbeitsrecht), Clemens Willvonseder (Steuerrecht), Christoph Baumgartner (Immobilienrecht)
Oppenhoff (Frankfurt): Dr. Simon Spangler (Federführung), Dr. Andrés Martin-Ehlers (beide Kartell- und Beihilferecht), Ronald Meißner (Corporate), Stephan Müller (Außenwirtschaftsrecht; Köln), Anja Dombrowsky (Arbeitsrecht); Associates: Cornelia-Cristina Scupra (Arbeitsrecht), Dr. Andreas Kopp (Bank- und Finanzrecht/Real Estate), Mareike Heesing (Umweltrecht; Köln) – aus dem Markt bekannt

Richard Wolf

Richard Wolf

Berater Tann-Eigentümer
Wolf Theiss (Wien): Dr. Richard Wolf, Dr. Petra Heindl (beide Corporate/M&A; beide Federführung), Dr. Günter Bauer (Kartellrecht); Associates: Patricia Backhausen, Pascal Hartmann (beide Corporate/M&A; beide Rechtsanwaltsanwärter)
Hasch & Partner (Linz): Dr. Alexander Hasch (Federführung); Associates: Johannes Wolfgruber, Maximilian Hofmaninger (Rechtsanwaltsanwärter; alle konzerninterne Umgründungen) – aus dem Markt bekannt
Arnold (Wien): Dr. Nikolaus Arnold (Federführung), Dr. Thomas Raubal, Dr. Roman Gruber (alle Corporate) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Binder Grösswang beriet Mayr-Melnhof erstmals bei einer M&A-Transaktion. In den letzten Jahren stand Partner Khol dem Unternehmen allerdings bereits zu Marktmissbrauchsthemen zur Seite. Aufgrund der zahlreichen Auslandsstandorte der Tann-Gruppe waren weitere internationale Kanzleien mandatiert. So kam – soweit bekannt – in Deutschland Oppenhoff zum Zug, die als regelmäßige Beraterin von MM gilt. In Kanada zog das Unternehmen dem Vernehmen nach Borden Ladner Gervais hinzu, während Dentons in der Ukraine, Russland, China und Hongkong beriet.

Auf Verkäuferseite war Wolf Theiss in der zentralen Beraterrolle. Die Kanzlei stand den Anteilseignern der Eurasia Invest Holding bei den Vertragsverhandlungen und der Vertragserstellung zur Seite. Wolf Theiss war auch schon in der Vergangenheit für die Familie Trierenberg tätig.

Alexander Hasch

Alexander Hasch

Vor Abschluss umstrukturiert

Der Linzer Anwalt Alexander Hasch ist ständiger Rechtsberater der Tann-Gruppe sowie der Familie Trierenberg samt Privatstiftungen. Die Kanzlei beriet die Mehrheitseigner bezüglich Umstrukturierungen des Konzerns als Closing-Bedingung.

Die Kanzlei um die Gebrüder Nikolaus und Florian Arnold ist vor allem für ihre Arbeit für den Multimilliardär und umtriebigen Investor René Benko bekannt. Nikolaus Arnold ist seit vielen Jahren Vorstandvorsitzender der Cheops Privatstiftung. Dr. Thomas Raubal und Dr. Roman Gruber arbeiten als Rechtsanwälte in Kooperation mit der Kanzlei Arnold. 

In Steuerfragen setzte die Käuferin auf Deloitte, die Verkäufer vertrauten auf KPMG. (Claudia Otto)

  • Teilen