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21.04.2021

Bürobedarf: PBS kauft mit Oberhammer und SCWP Staples-Sparte für Mittel- und Osteuropa

Der oberösterreichische Bürobedarfshändler PBS Holding hat das Global-Accounts-Geschäft der niederländischen Staples Solutions gekauft. Mit dem Zukauf dieses Bereichs von der auf Arbeitsplatzprodukte und -dienstleistungen spezialisierten Anbieterin will PBS ihr Direktkundengeschäft weiter ausbauen. 

Christian Pindeus

Christian Pindeus

Das gesamte Global-Accounts-Team (GAT) von Staples Solutions wechselt mit dem Verkauf zur PBS Holding, ebenso eine Reihe von Key Account Managern vor Ort sowie viele Kunden- und Partnerverträge. Finanzierende Banken wurden zu der Transaktion nicht beigezogen, den Kaufpreis bestritt PBS aus verfügbaren Finanzmitteln.

Staples Solutions ist ein Portfoliounternehmen von Cerberus und verfolgt die Strategie, sein Geschäft zu lokalisieren und die Supportfunktionen von der Zentrale in die Länder zu verlagern. Dementsprechend hatte sich die Geschäftsführung im Jahr 2020 dazu entschlossen, das letzte verbleibende zentralisierte Geschäft abzugeben, das GAT- beziehungsweise International Contract Business.

Die PBS Holding ist ein Großhändler für Papier-, Büro- und Schreibwaren. Das Unternehmen aus Wels ist in Mittel- und Osteuropa auch als Wiederverkäufer am Markt. Lokale Vertriebs- und Logistikteams in acht Ländern betreuen mehr als 200.000 Kunden. 2020 erwirtschafteten rund 1400 Mitarbeiter einen Jahresumsatz von 330 Millionen Euro.

Markus Fellner

Markus Fellner

Berater PBS Holding
Oberhammer (Wels): Dr. Christian Pindeus (Federführung; Corporate/M&A), Petra Pardatscher (Arbeitsrecht; Wien); Associates: Christoph Fritsch, Sarah Malkić (beide Wien), Christina Scharmann (alle Corporate/M&A; letztere beide Rechtanwaltsanwärterinnen)
SCWP Schindhelm: Dr. Thomas Scharpf (Corporate; München), Markus Fellner (Wettbewerbsrecht; Wien); Associate: Alexander Heitzinger (Corporate; Wien)

Berater Staples
Linklaters (London): Nick Rees (Federführung; Corporate/M&A)
Kirkland & Ellis (London): Matthew Sinclair-Thomson, Paula Riedel (beide Kartellrecht/Fusionskontrolle) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Oberhammer hat die PBS auch schon in der Vergangenheit beraten. Beispielsweise als das Unternehmen Beteiligungen in der Tschechischen Republik und der Slowakei umstrukturierte und von Office Depot Portfoliounternehmen der Aurelius Equity Opportunities in diesen Ländern erwarb. Bei der aktuellen Transaktion war die Kanzlei mit der Strukturierung, der Due Diligence und den Vertragsverhandlungen bis zum Abschluss betraut. Partner Pindeus wechselte zusammen mit Fritz Ecker und zwei Rechtsanwaltsanwärtern im Juli 2019 von SCWP zu Oberhammer und eröffnete für diese ein Büro in Wels. 

SCWP-Partner Fellner war ebenfalls bereits bei vergangenen Transaktionen für die zusammenschluss- und wettbewerbsrechtliche Beratung und Vertretung von PBS mandatiert, so wie SCWP generell in der Vergangenheit für PBS tätig war. Der Münchner SCWP-Partner Scharpf wurde insbesondere im Rahmen der arbeitsrechtlichen Themen in Deutschland und für ausgewählte vertrags- und schuldrechtliche Fragestellungen beigezogen, da ein wesentlicher Teil der Belegschaft in Deutschland angestellt ist und ein Teil der Vertragsdokumentation deutschem Recht unterlag.

Linklaters kam bereits zum Zug, als die amerikanische Investmentgesellschaft Cerberus im Jahr 2016 das europäische Geschäft von Staples kaufte. (Claudia Otto)

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