Alle Kläger gehörten zur Dresdner Kleinwort Investment Bank, die im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank ebenfalls auf die Commerzbank überging. Die Dresdner Bank hatte im Dezember 2008 Bonushöhen vorläufig festgelegt, im Februar 2009 dann aber nur noch zehn Prozent dieser Beträge ausgezahlt. Die Kläger meinten, die Commerzbank müsse sich nach der Übernahme an die Zusage vom Dezember halten. Eingeklagt wurden Beträge von individuell bis zu 450.000 Euro.
Das Arbeitsgericht Frankfurt hatte die Klagen in erster Instanz bereits abgewiesen. Dies tat nun auch das Landesarbeitgericht Hessen. Die Schreiben der Dresdner Bank vom Dezember seien keine verbindliche Zusage gewesen. Zudem läge auch keine fehlerhafte Ermessensentscheidung der Bank vor. Die drastische Reduzierung sei aufgrund der wirtschaftlichen Lage der Bank gerechtfertigt gewesen. Die Investmentbank hatte einen Milliardenverlust eingefahren. Eine Vielzahl ähnlich gelagerter Verfahren gegen die Commerzbank sind nach wie vor rechtshängig.
Auch in dieser Sache haben Klägervertreter bereits angekündigt, in Revision zu gehen.
Vertreter Kläger
Groll & Partner (Frankfurt): Peter Groll
Emmerich & Partner (Frankfurt): Manuel Rhotert
Ulrich Weber & Partner (Frankfurt): Christian Kaiser
Schulze Fischer Backmeister Meissner (Bad Homburg): Thomas Backmeister, Alexander Schenk
Vertreter Commerzbank
Inhouse (Frankfurt): Jochim Rosenthal
Hogan Lovells (Frankfurt): Dr. Hans-Peter Löw; Associate: Moritz Kunz
Hessisches Landesarbeitsgericht, 7. Kammer
Georg Schäfer (Vorsitzender Richter)
Hintergrund: Die Klägervertreter sind aus dem Markt bekannt. Die Liste ist nicht vollständig.
In der ersten Instanz war Commerzbank-Jurist Rosenthal allein vor Gericht aufgetreten (mehr…). Hogan Lovells an der Seite der Bank zu sehen, ist jedoch keine Überraschung. Partner Löw, damals noch für Hogan Lovells-Vorgängerin Lovells tätig, stand der Commerzbank auch bei der arbeitsrechtlichen Integration der Dresdner Bank zur Seite. Die Transaktion selbst beriet indes Sullivan & Cromwell, die damit erstmals in einem M&A-Deal für die Großbank tätig war (mehr…).