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01.03.2013

Entschädigung im WCCB-Fall: Investor verklagt Redeker-Mandantin Stadt Bonn

Im Streit um das Bonner World Conference Center (WCCB) gibt es eine weitere Klage. Heinz-Dieter Kals, der 2005 den Projektvorvertrag für das Kongresszentrum erhalten hatte, verklagt die Stadt Bonn wegen Verletzung des Rahmenvertrags auf 3,5 Millionen Euro. Die Stadt Bonn hat bis Ende März Zeit für eine Klageerwiderung (Az. I O 557/12).

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Dieter Merkens

Im Jahr 2002 schrieb die Stadt Bonn das Projekt WCCB europaweit aus. Kals Unternehmen United Marketing Services war damals der einzig verbliebene Investor, der noch Interesse an dem Projekt hatte. Den Zuschlag bekam jedoch der südkoreanische Investor Man-Ki Kim mit dessen Firma SMI Hyundai Corporation. Laut Medienberichten hat Kals damals einen Projektplan erstellt und dessen Kosten berechnen lassen. Für diese Arbeit fordert er nun eine Entschädigung in Millionenhöhe.

Der Aachener Kaufmann Kals hatte Kim selbst als potenziellen Partner geholt. Die Geschichte entwickelte sich jedoch anders als ursprünglich gedacht. Kim erhielt den alleinigen Zuschlag, Kals war außen vor. Die Stadt begründete ihre Entscheidung damals damit, dass Kim einen tragfähigeren Finanzierungsplan vorgelegt habe. Dieser stellte sich jedoch als nicht nachhaltig aus, weil er nur zehn der geforderten 40 Millionen Eigenkapital nachweisen konnte. Seine Gesellschaft meldete 2009 Insolvenz an, vor dem Landgericht Bonn ist Kim derzeit wegen Betrugs angeklagt.

Berater Kals
Dr. Jan Sedemund (Bonn)

Berater Stadt Bonn
Redeker Sellner Dahs (Bonn): Dieter Merkens (Federführung); Associate: Dr. Markus Dierksmeier

Landgericht Bonn, 1. Zivilkammer

Hintergrund: Als die Probleme mit dem WCCB begannen, holte sich die Stadt Bonn als Beraterin Hengeler Mueller. Die Kanzlei sollte die Kommune beim Krisenmanagement und der Restrukturierung des Projekts begleiten (mehr…). Später im Laufe der Verhandlungen setzte die Stadt auch auf die Bonner Kanzlei Gather Plössner Ewig (mehr…). Redeker wurde schließlich mandatiert, weil Hengeler mit Mitarbeitern der Stadt eng zusammenarbeitet und somit Konflikte hätten entstehen können (mehr…).

Die Kanzlei Sedemund aus Bonn ist seit einigen Jahren für Kals tätig. Aus Presseberichten ist bekannt, dass der Geschäftsmann in Vergangenheit im WCCB-Komplex zudem auf Partner der Aachener Kanzlei Stein & Partner gesetzt hat. (Désirée Schliwa)

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