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11.02.2014

Einigung im Patentstreit: Nokia und HTC finden Lösung mit Stammberatern

Nokia und HTC haben einen weitreichenden Vergleich geschlossen. Damit enden alle laufenden Patentstreitigkeiten der beiden Unternehmen. HTC verpflichtet sich in der Vereinbarung, Lizenzgebühren für nicht-standardessenzielle Patente an Nokia zu zahlen.

Christian Harmsen

Christian Harmsen

Beide Parteien wollen außerdem zukünftige Möglichkeiten zur Zusammenarbeit in der Smartphone- und Tablettechnologie ausloten. Nokia hatte HTC aus insgesamt 31 Patenten verklagt. Außerdem hatten HTC und ihre Tochter S3 Graphics aus Patenten gegen Nokia geklagt. Neben Deutschland waren noch Verfahren in Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden, Italien, Japan und den USA geführt worden. In Deutschland gab es soweit bekannt insgesamt 22 Gerichtsverfahren, davon endeten dem Vernehmen nach vier erfolgreich für Nokia. In einem der von Nokia gewonnenen Verfahren entschied das Landgericht München auf eine Sicherheitsleistung von 400 Millionen Euro.

Soweit bekannt, drohte HTC jedoch eine Entscheidung der International Trade Commission (ITC). Bei der US-Handelskommission hatte Nokia eine Beschwerde eingelegt. Die für den vergangenen Montag angesetzte Entscheidung hätte für HTC ein Exportverbot zur Folge haben können. Um dies zu umgehen, habe HTC schließlich in den Vergleich eingewilligt, heißt es im Markt.

Vertreter Nokia
Bird & Bird (Düsseldorf): Christian Harmsen, Oliver Jüngst, Boris Kreye, Matthias Meyer, Christopher Weber, Florian Schmidt-Bogatzky; Associates: Nick Pearson, Tobias Wilcke, Eva Schröder, Matthias Weiden, Philipp Rastemborski
Reimann Osterrieth Köhler Haft (Düsseldorf): Klaus Haft, Dr. Mirko Weinert, Kay Kasper; Associates: Dr. Stefan Richter, Dr. Tobias Hessel, Dr. Christian Schwabe, Thomas Misgaiski
Samson & Partner (München): Friedrich von Samson-Himmelstjerna, Dr. Wolfgang Lippich, Dr. Oswald Niederkofler, Dr. Georg Jacoby, Dr. Tobias Stammberger, Dr. Cletus von Pichler, Alexander Münster-Horstkotte (alle Patentanwälte)
Cohausz & Florack (Düsseldorf): Dr. Christoph Walke, Philipe Walter, Dr. Fabian Vogelbruch, Dr. Ralph Schippan, Alexandra Weyres; Associates: Hendrik Bücker, Matthias Waters (alle Patentanwälte)
Inhouse (London/Ratingen): Richard Vary (Global Head of Litigation), Dr. Clemens Heusch (European Head of Litigation), Taliah Walklett (Legal Counsel) – aus dem Markt bekannt

Martin Chakraborty

Martin Chakraborty

Vertreter HTC
Hogan Lovells (Düsseldorf): Dr. Martin Chakraborty (Federführung), Dr. Clemens Plassmann, Dr. Markus Kuczera, Dr. Alexander Reetz, Dr. Henrik Lehment, Oliver Bäcker, Dr. Felix Banholzer, Jan Spittka
Preu Bohlig & Partner
(München): Dr. Stephan Gruber, Dr. Andreas Haberl
Braun-Dullaeus Pannen (Düsseldorf): Dr. Karl-Ulrich Braun-Dullaeus (Patentanwalt) – aus dem Markt bekannt
Maikowski & Ninnemann (Berlin): Dr. Gunnar Baumgärtel, Dr. Christoph Schröder, Andreas Tanner, Prof. Dr. Felix Groß, Dr. Wolfram Müller, Ralf Emig (Patentanwälte) – aus dem Markt bekannt
Müller Hoffmann & Partner (München): Dr. Nils Jensen, Dr. Achim Müller, Dr. Matthias Brittinger (Patentanwälte) – aus dem Markt bekannt
Hössle (Stuttgart): Markus Hössle (Patentanwalt) – aus dem Markt bekannt

Vertreter HTC S3 Graphics
Wildanger Kehrwald Graf v. Schwerin & Partner (Düsseldorf): Peter Weisse, Wolf Graf von Schwerin
Preu Bohlig & Partner (Düsseldorf): Alexander Haertel, Dr. Peter Kather
Hössle (Stuttgart): Markus Hössle (Patentanwalt) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Nokia vertraute in dem gesamten Komplex sowohl auf Rechts- als auch auf Patentanwaltsseite auf ihre Stammkanzleien, mit denen sie schon seit Jahren in Patentstreitigkeiten unterwegs ist. Auch HTC vertraut bereits seit Längerem auf die Dienste von Hogan Lovells, die in diesem Komplex die Klageabwehr übernahmen.

Bei den Aktivklagen von HTC kamen dann die Patentrechtler von Preu Bohlig zum Einsatz, die in Mannheim und München klagten. Für die entsprechenden Nichtigkeitsklagen zog HTC soweit bekannt den Stuttgarter Patentanwalt Hössle hinzu. Klagen der HTC-Tochtergesellschaft S3 Graphics, die für Düsseldorf geplant und von den Düsseldorfer Partnern von Preu Bohlig vorbereitet worden waren, wurden nicht mehr eingereicht. Preu Bohlig ist schon seit Längerem für HTC tätig, etwa im Streit mit Apple, der 2012 ebenfalls durch Vergleich beendet wurde. Zwei weitere Aktivverfahren gegen Nokia von S3 Graphics in Mannheim und Düsseldorf haben die Patentrechtler von Wildanger Kehrwald Graf v. Schwerin & Partner geführt.

Nokia verkaufte sein Smartphone-Geschäft kürzlich an Microsoft, bleibt aber Inhaber der rund 30.000 Mobilfunkpatente des Unternehmens. Dafür zahlt Microsoft dem finnischen Technologiekonzern über eine Laufzeit von zehn Jahren Gebühren. (Catrin Behlau)

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