Mit Hügel verliert Österreich eine seiner führenden Anwaltspersönlichkeiten. Er galt als Koryphäe im Umwandlungssteuerrecht und war ein Vorreiter, was die Kombination von steuer- und gesellschaftsrechtlicher Beratung angeht. Hügel widmete sich bereits Mitte der 1970er-Jahre dem Steuerrecht und stieg 1979 als Partner in die väterliche Kanzlei ein. Daraus baute er letztlich die heutige Einheit bpv Hügel mit Büros in Mödling, Wien, Baden und Brüssel auf.
Hügel war nicht nur Rechtsanwalt, sondern auch Wissenschaftler und Universitätsprofessor: 23 Jahre lang hielt er im Juridicum der Universität Wien sein „Hügel-Seminar“ zu aktuellen Entwicklungen im Unternehmens und Steuerrecht. Generationen von Anwälten sind so bei ihm in die Lehre gegangen – sei es als Jus-Student oder später als Konzipient. Ebenfalls seit mehr als 20 Jahren versammelte er als fachlicher Leiter der Fachkonferenz Recht und Steuern (RuSt) in Rust am Neusiedler See die führenden Steuerexperten Österreichs um sich.
Multidisziplinarität im Fokus
In Deutschland kennt man Hügel vor allem als Teil von Haarmann Hemmelrath. Im Jahr 2000 war Haarmann Hemmelrath Hügel die erste auf österreichischem Boden zugelassene multidisziplinäre Partnerschaft, 2005 trennten sich die Wege beider Kanzleien im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der späteren Liquidation von Haarmann Hemmelrath in Deutschland. Als Full-Service-Kanzlei mit starkem steuerrechtlichen Arm blieb bpv Hügel lange eine Ausnahme in Österreich, denn anders als in Deutschland lässt das Berufsrecht in Österreich keine multidisziplinäre Partnerschaft zu.
Hügel unterhielt enge Beziehungen zu einer Vielzahl in- und ausländischer Großkonzerne in Österreich, darunter zu langjährigen Mandanten wie Immofinanz, RWA oder BP Europa. Hinzu kamen in den vergangenen Jahren Unternehmen und Institute wie die Raiffeisenholding Niederösterreich, Verbund, Shell Austria oder Unibail Rodamco.
Zuletzt beriet Hügel gemeinsam mit Kapitalmarktrechtspartner Dr. Christoph Nauer die Immofinanz und erreichte erstmalig die Genehmigung eines Finanzausgleichs durch Aktien. Auch bei der Verschmelzung von Raiffeisenbank International (RBI) und Raiffeisen Zentralbank (RZB) stand Hügel gemeinsam mit Nauer an der Seite der RZB. Weitere wichtige Transaktionen waren in der jüngeren Vergangenheit die steuerrechtliche Beratung der Ring International Holding (RIH) bei der Übernahme des börsenotierten Lackherstellers Helios.
Heute zählt die Kanzlei rund 40 Juristen mit einem Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr von über 14 Millionen Euro.