Ihren Nachwuchs bereitet die Kanzlei mit internen Schulungen sowie externen Seminaren und Veranstaltungen zur Aus- und Fortbildung in Spezialbereichen auf seine zukünftige Tätigkeit als Anwalt vor. So berichtet ein Anwärter in der JUVE-Konzipientenumfrage: „Im Rahmen der bpv Academy gibt es immer wieder interne interessante Vorträge zu aktuellen rechtlichen Themen.“
Wie in vielen Großkanzleien gibt es jedoch Unterschiede je nach Praxis bzw. Team. So fühlen sich die Konzipientinnen und Konzipienten mehr oder weniger gut unterstützt und gefördert, sowohl was den Mandantenkontakt, die Publikations- und Vortragstätigkeit als auch das Feedback zu ihrer Arbeit oder Homeoffice-Regelungen betrifft. Insbesondere eine gezielte Vorbereitung auf die Rechtsanwaltsprüfung (RAP) fehlt vielen.
Eine Kritik, die mehrfach zur Sprache kommt, ist, dass die Arbeitgeberin ihrem Nachwuchs das Gefühl gibt, um alles kämpfen zu müssen oder sogar unehrlich kommuniziert wird, vor allem wenn es um das Gehalt, die Boni(höhe) und die Übernahme der Kammerbeiträge geht. Ein beispielhaftes Zitat hierzu lautet: „Bei Zusagen wie der Übernahme der Kammerbeiträge und Konditionen für den Prüfungsurlaub wird getrickst.“ Eigenen Angaben zufolge gewährt die Kanzlei zwar 21 Tage bezahlten Urlaub zur Prüfungsvorbereitung, doch mehrere Teilnehmende der Umfrage bemängeln, dass es nur drei Wochen sind. In der Tat gewähren die meisten anderen Einheiten 25 Tage.
Wenngleich bpv mit ihrem durchschnittlichen Einstiegsgehalt im oberen Mittelfeld angesiedelt ist und im Gegensatz zu vielen anderen Einheiten den Kammerbeitrag und die Mittel für die Versorgungseinrichtung übernimmt, zeigt sich der eigene Nachwuchs in der Umfrage nicht zufrieden. „Das Gehalt ist im Vergleich zu anderen Kanzleien sehr niedrig, vor allem im Vergleich zur Arbeitsbelastung in manchen Teams“, lautet eine Stimme dazu. Ein anderer Teilnehmer rät: „Beim Gehalt sollte man bei der Verhandlung hartnäckig bleiben.“ Ein weiterer Kritikpunkt ist die IT-Ausstattung. So gibt es Rückmeldungen wie „Die IT lässt für eine internationale Großkanzlei stark zu wünschen übrig.“
Überdurchschnittlich gut – insbesondere für eine Großkanzlei – schneidet bpv dagegen bei den Themen Work-Life-Balance und Vereinbarkeit von Beruf und Familie ab. Ein Punkt, der dazu beitragen könnte, sind die humanen Wochenarbeitszeiten: Mit weniger als 48,6 Stunden arbeiten die Konzipientinnen und Konzipienten im Schnitt knapp 2,5 Stunden weniger als ihre Kollegen bei anderen Einheiten.