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27.11.2013

Fensterbauer: H.I.G. Capital kauft mit Voigt Wunsch Holler Traditionsfirma Weru

Das Private-Equity-Haus H.I.G. Capital ist neuer Eigentümer des schwäbischen Fenster- und Türenherstellers Weru. Das traditionsreiche Unternehmen, das in Deutschland einer der größten Hersteller von Kunststoff-Fenstern ist, gehörte seit 1999 dem Investor Triton.

Oliver Wunsch

Dem Verkauf ging ein strukturiertes Bieterverfahren voraus, das von der Investmentbank Lincoln begleitet wurde. Die Weru-Gruppe hatte sich in den vergangenen Jahren wirtschaftlich wieder erholt, nachdem sie wie viele andere Unternehmen der Bauwirtschaft in eine Flaute geraten war. Der frühere Eigentümer Triton hatte Weru mehrmals neues Kapital zugeführt und das Unternehmen 2006 von der Börse genommen. Seitdem entwickelte der Fensterhersteller neue Produkte und verzeichnet steigende Aufträge. 2012 erwirtschaftete das Unternehmen mit rund 1.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 143 Millionen Euro.

Berater H.I.G. Capital
Voigt Wunsch Holler (Hamburg): Dr. Oliver Wunsch (Federführung; Corporate/Private Equity), Dr. Hans-Christoph Voigt; Associates: Dr. Helen Mahne, Dr. Jan Brosius (alle Corporate)
KNPZ (Hamburg): Dr. Kai-Uwe Plath (IP/IT)
Schramm Meyer Kuhnke (Hamburg): Dr. Nils Schramm, Dr. Antje Hoops (beide Arbeitsrecht)
Kirkland & Ellis (London): Shaun Goodman (Fusionskontrolle)
Rödl & Partner (München) Dr. Dagmar Möller-Gosoge, Florian Kaiser (beide Steuerrecht); Associate: Nina Dampke (Steuerrecht/Steuer Due Diligence)

Berater Triton
Linklaters (München): Dr. Timo Engelhardt (Federführung), Dr. Stephan Morsch (beide Corporate), Dr. Thomas Elser (Steuern), Dr. Daniela Seeliger (Kartellrecht; Düsseldorf); Associates: Dr. Florian Harder (Federführung), Holger Ebersberger, Dr. Niclas von Woedtke, Martina Farkas, Jennifer Kramar (alle Corporate), Thorben Eisenbeiß (Arbeitsrecht), Martin Mager (Steuern)

Berater Management Weru
Allen & Overy (Frankfurt): Dr. Markus Käpplinger (Federführung), Dr. Roman Kasten (beide Corporate/Private Equity)

Hintergrund: Die Kontakte von Voigt Wunsch Holler zu H.I.G. Capital rühren noch aus der Zeit, bevor das Team im September 2009 Freshfields Bruckhaus Deringer verließ und sich selbstständig machte (mehr…). So war Oliver Wunsch Teil des Teams, dass H. I.G. Capital beziehungsweise deren europäischen Arm zum Einstieg beim Zeitarbeitsunternehmen 7(S) Personal beriet (mehr…). Wunsch war damals Associate im Team des Hamburger Partners Prof. Dr. Christoph Seibt, der zu der Führungsebene des Private-Equity-Investors enge Kontakte hat.  

Voigt Wunsch Holler baut nun bei Transaktionen auf ihre engen Verbindungen zu anderen Hamburger Spin-offs von Großkanzleien, wie hier die Arbeitsrechtler von Schramm Meyer Kuhnke und auch KNPZ.

In Fragen der Fusionskontrolle setzte die H.I.G.-Muttergesellschaft auch in der Vergangenheit immer wieder auf die Londoner Kartellrechtspraxis von Kirkland & Ellis. Die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer von Rödl übernahm für H.I.G. nicht nur das Steuerrecht, sondern auch die Due Diligence bezogen auf Steuer- und Finanzfragen.

Linklaters ist als Beraterin von Triton gesetzt. Vor allem der Münchner Partner Dr. Rainer Traugott war für den Investor in großen Deals wie dem Kauf des Pneumatik-Geschäfts von Bosch Rexroth oder dem Erwerb von Alpine-Energie tätig (mehr… und mehr…). Zu den damals beteiligten Linklaters-Anwälten gehörte auch der 2012 zum Partner ernannte Timo Engelhardt, der nun erstmals bei einem Triton-Deal die Federführung übernahm. Linklaters deckte auch die steuerrechtliche Fragen ab, daneben waren noch Steuerberater aus der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young aus Frankfurt eingeschaltet. Die Investmentbank Lincoln ließ sich rechtlich nicht separat beraten.

Zwischen dem Weru-Management und Allen & Overy gab es bislang keinen Kontakt. An das Mandat kam Senior Associate Markus Käpplinger, der 2011 im Team mit Private-Equity-Partner Michael Bernhardt von Wilkie Farr & Gallagher kam (mehr…), über eine Marktempfehlung. (Marcus Jung)