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10.05.2011

Wettrüsten: Milbank hängt die Konkurrenz bei Einstiegsgehältern ab

Im immer härter werdenden Kampf um Spitzenabsolventen legt Milbank Tweed Hadley & McCloy kräftig vor. Berufseinsteiger erhalten von der US-Kanzlei nun ein Jahresgehalt von pauschal 125.000 Euro. Im zweiten Berufsjahr steigt die Summe auf 140.000 Euro, im dritten Jahr auf 155.000 Euro. Boni werden künftig erst ab dem vierten Jahr bezahlt. Die neuen Associategehälter führt Milbank rückwirkend zum Jahresbeginn ein.

Norbert Rieger

„Wir waren mit unseren Gehältern und Bonuszahlungen immer an der Spitze im deutschen Anwaltsmarkt“, sagte Dr. Norbert Rieger, Mitglied des weltweiten Executive Committee der Kanzlei. „Wir hatten aber nicht das Gefühl, dass dies auch von angehenden Juristen so wahrgenommen wurde – zumal die Höhe der Bonuszahlungen variabel war.“ Nach Angaben der Kanzlei kommt die jetzige Steigerung aber nur teilweise dadurch zustande, dass bisher gezahlte Boni auf das Festgehalt umgelegt werden.

Mit dem Schritt setzt sich die Kanzlei mit deutlichem Abstand an die Spitze der spendabelsten Arbeitgeber für junge Juristen. Auf dem zweiten Platz folgt Jones Day, die als bisherige Nummer eins das Einstiegsgehalt für Idealbewerber selbst erst zum Jahresbeginn auf 110.000 Euro erhöht hatte. Maximal 105.000 Euro können Berufsanfänger bei Hengeler Mueller, Debevoise & Plimpton und seit Jahresbeginn auch Weil Gotshal & Manges verdienen. Allen & Overy bezahlt seit Kurzem pauschal 105.000 Euro im ersten Berufsjahr.

Zusätzlich zur Lohnsteigerung intensiviert Milbank auch die Associateausbildung. Unter anderem werden alle angestellten Anwälte ab dem dritten Berufsjahr künftig jährlich acht Tage in eigenen Business-Kursen an der US-Eliteuniversität Harvard verbringen. Die laufende juristische Fortbildung baut Milbank ebenfalls aus. Ähnliche Schritte hatten in den vergangenen Jahren eine Reihe von Wettbewerbern ergriffen, was nach Meinung von Marktbeobachtern mit der angespannten Bewerbersituation zusammenhängt. Unter Berufseinsteigern haben die Wirtschaftskanzleien zuletzt deutlich an Popularität eingebüßt, wie JUVE-Umfragen zeigen.

In den vergangenen Monaten hatten bereits eine ganze Reihe von Kanzleien die Associategehälter erhöht, eine grundlegend neue Gehaltsstruktur führt zum Juli Taylor Wessing ein (mehr…). Was junge Juristen bei über 300 Kanzleien und anderen Arbeitgebern in Deutschland verdienen können, lesen Sie in den aktuellen azur100-Gehaltstabellen. (Norbert Parzinger)