Auf in die Lüfte

Noerr steuert für Shanghai Electric den Kauf von Broetje

Die niedersächsische Broetje-Gruppe ist künftig in chinesischen Händen: Der Mischkonzern Shanghai Electric erwarb den Zulieferer für die Luftfahrtindustrie von der Deutschen Beteiligungs AG, dem Maschinenbauer Dürr und weiteren Co-Investoren. Der Kaufpreis wurde mit rund 173, 5 Millionen Euro beziffert.

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Becker_Florian
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Broetje Automation stellt unter anderem Nietmaschinen her, mit denen große Bauteile für Flugzeuge zusammenmontiert werden. Das Unternehmen, das seinen Sitz in Rastede bei Oldenburg hat und rund 850 Mitarbeiter beschäftigt, ist auch schon länger für die chinesische Luftfahrtindustrie tätig.

Bis 2012 gehörte Broetje zum Familienunternehmen Claas, das die Firma an die DBAG verkaufte. Nach vier Jahren reicht der Investor nun seine Mehrheitsbeteiligung an Shanghai Electric weiter, ebenso wie der Maschinenbauer Dürr seine Anteile in Höhe von rund 11 Prozent. Shanghai Electric hatte sich in diesem Jahr schon am Reutlinger Maschinenbauer Manz beteiligt. Das staatseigene und börsennotierte chinesische Energieunternehmen erzielte zuletzt mit rund 27.000 Mitarbeitern 2014 einen Umsatz von rund 11,5 Milliarden US-Dollar.

Berater Shanghai Electric
Noerr (München): Dr. Florian Becker (Federführung), Hui Zhao (Frankfurt; beide Corporate/M&A), Dr. Kathrin Westermann, Dr. Fabian Badtke (beide Kartellrecht; beide Berlin), Dr. Christoph Rieken (IP-Recht), Dr. Bärbel Sachs (Regulierung; Berlin), Dr. Wolfgang Schelling (Arbeitsrecht), Martin Ahlhaus (Öffentliches Recht), Marco Winterer (Real Estate), Stefan Weber (Regulierung; Moskau); Associates: Yifan Zhu (Corporate; M&A/Frankfurt), Artem Kara (Kartellrecht;, Moskau), Manuela Kirchner (Handelsrecht), Katharina Luther (Öffentliches Recht), Dr. Daniel Müller, Hans-Christian Mick (beide Finanzierung), Dr. Stephan Vielmeier (Arbeitsrecht), Janina Voogd (IP-Recht), Dominik Zweigler (Arbeitsrecht; alle Frankfurt), Sebastian Wrobel (Kartellrecht; Berlin)
Llink Law (Schanghai): Amigo Xie – aus dem Markt bekannt

Hendrik Hirsch
Hendrik Hirsch

Berater Deutsche Beteiligungs AG
CMS Hasche Sigle (Frankfurt): Dr. Hendrik Hirsch (Federführung), Dr. Holger Pattberg (beide M&A/Corporate), Marcus Fischer (Steuerrecht), Dr. Ulrike Glück, Kevin Wang (beide M&A/Corporate; Schanghai),  Caroline Froger-Michon (Arbeitsrecht; Frankreich)
King & Wood Mallesons (München): Tilman Siebert; Associate: Helge Aulmann (beide Kartellrecht)
Inhouse Recht (Frankfurt): Florian Döring (Leiter Recht)

Tilman Siebert
Tilman Siebert

Hintergrund: CMS-Partner Hendrik Hirsch hatte die DBAG seinerzeit schon umfassend beraten, als sie Broetje Automation von Claas erwarb. Ein Jahr später unterstützte er auch die zur DBAG zählende Prozesstechnik-Holding ProxES beim Ankauf des Lebensmitteltechnikers Stephan Machinery und des Spezialmaschinenbauers FrymaKoruma.

Bei der mehrheitlichen Übernahme der Frimo-Gruppe vor wenigen Tagen wurde die Beteiligungsgesellschaft wiederum von Teams rund um die Allen & Overy-Partner Dr. Michael Bernhardt und Dr. Matthias Horn beraten. Zur Strukturierung der Managementbeteiligung war Linklaters mandatiert. Kartellrechtliche Freigaben für die DBAG holt – wie hier – meist das Team von King & Wood Mallesons ein, unter der Federführung von Tilman Siebert.

Shanghai Electric hatte bei ihrer Beteiligung an Manz auf das Frankfurter Team rund Dr. Thomas Gilles von Baker & McKenzie gesetzt, der häufig Mandantschaft aus Fernost betreut. Hier setzte sie nun erstmalig auf den China Desk von Noerr, der unter den Fittichen der Corporate-Partner Dr. Florian Becker und Dr. Till Kosche steht. Zu dem Desk gehören neben dem bekannten Chinaexperten Hui Zhao zwei weitere chinesische Kollegen. Der Kontakt kam über einen Besuch der Kanzleikollegen in der Volksrepublik zustande, wo sie regelmäßig mit großen Unternehmen in Kontakt stehen.

Noerr begleitete schon seit Jahren regelmäßig Transaktionen mit chinesischen Mandanten. Sie berieten beispielsweise 2012 den Baumaschinenhersteller Xuzhou Construction Machinery Group (XCMG), als er die Mehrheit an dem Betonmaschinenhersteller Schwing erwarb. Auch das schwäbische Unternehmen Flex-Elektrowerkzeuge und die insolvente Unternehmensgruppe Wilbert wanderten mithilfe der Noerr-Juristen in asiatische Hände. Zuletzt hatte die Praxis Pearl River Piano begleitet, den wohl größten Klavierhersteller der Welt, als er Anfang des Jahres den deutschen Traditionshersteller Schimmel Pianos übernahm.

Neben Noerr kam hier auch die chinesische Kanzlei Llinks Law zum Einsatz, die regelmäßig für SEC tätig ist, sowie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC), die sich um steuerliche und finanzielle Fragen kümmerte.

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