Bevorstehender IPO

Cheplapharm strebt mit Latham und Freshfields an die Börse

Das Pharmaunternehmen Cheplapharm aus Greifswald will an die Börse. Geplant sind der IPO und die Notierung der Aktie im Regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse im ersten Quartal. Zeitgleich mit den IPO-Vorbereitungen kaufte Cheplapharm ein Medizinproduktportfolio zur Behandlung verschiedener Krebsarten von Bristol-Myers Squibb.

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Oliver Seiler

Cheplapharm strebt einen Bruttoemissionserlös aus der Notierung neuer Aktien von rund 750 Millionen Euro an. Mit dem Nettoemissionserlös sollen bestehende Schulden zurückgezahlt sowie zukünftige Produkte und Produktportfolien erworben werden. Zudem könne das geplante Angebot auch eine Platzierung bestehender Aktien aus dem Besitz des derzeitigen Aktionärs Braun Beteiligung beinhalten. Der Bestandsaktionär habe einer Lock-up-Frist von 360 Tagen zugestimmt.

In den neun Monaten bis Ende September 2021 erzielte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen Umsatz in Höhe von 793 Millionen Euro und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 484 Millionen Euro. Cheplapharm forscht und entwickelt nicht selbst, sondern kauft etablierte Medikamente von großen Pharmaunternehmen und lässt diese dann in Lohnfertigung herstellen. Einschließlich Schulden könnte Cheplapharm mit rund zehn Milliarden Euro bewertet werden, heißt es.

Simone Bono

Der Kreis der beteiligten Banken ähnelt den Beteiligten bei den in den vergangenen Jahren von Cheplapharm begebenen Hochzinsanleihen. Credit Suisse, Deutsche Bank und J.P. Morgan führen das Konsortium an, ferner gehören dazu Barclays, Citigroup, Commerzbank, DZ Bank, ING Bank und die Stifel Europe Bank.

Weiteres Produktportfolio zugekauft

Zugleich wurde bekannt, dass Cheplapharm ihre Buy-and-Build-Strategie mit einem weiteren Erwerb fortsetzt und ein Medizinproduktportfolio von Bristol-Myers Squibb erwarb. Das Portfolio beinhaltet die Arzneimittel Hydrea, Paraplatin und Taxol. Der Deal wird im Markt als Bestätigung der Geschäftsstrategie des Börsenneulings interpretiert. 

Börsengang

Berater Cheplapharm
Latham & Watkins (Frankfurt): Dr. Oliver Seiler, David Rath (beide Federführung), Dr. Rüdiger Malaun (München), Alexandra Hagelüken (alle Bank- und Finanzrecht), Christoph Engeler (Gesundheitsrecht; Hamburg), Sebastian Goslar (M&A), Cora Grannemann (Bank- und Finanzrecht); Associates: Jan Penselin, Dr. Camilla Kehler-Weiß, Isabel Willius, Jennifer Thiessen (alle Bank- und Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Recht (Greifswald): Dr. Jan Klumb (Leiter Recht) – aus dem Markt bekannt

Berater Aufsichtsrat Cheplapharm
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Hartwin Bungert (Gesellschaftsrecht) – aus dem Markt bekannt

Berater Banken
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Dr. Christoph Gleske, Simone Bono (London; beide Federführung), Christina Zapf; Associates: Shruti Dusaj, Gaurav Sen (beide London; alle Bank- und Finanzrecht) – aus dem Markt bekannt

Portfoliokauf

Berater Cheplapharm
Latham & Watkins (Hamburg): Christoph Engeler (Federführung; Gesundheitsrecht), Dr. Susan Kempe-Müller (IP; Frankfurt), Tobias Klass (Steuerrecht), Dr. Jana Dammann de Chapto (Kartellrecht); Associates: Edward Martin, Philipp Thomssen (beide Gesellschaftsrecht)

Berater Bristol-Myers Squibb
Covington & Burling (Frankfurt) – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Mit Latham setzt Cheplapharm für den IPO auf eine bewährte Beraterin. So hat ein Team um Malaun das Unternehmen beispielsweise 2020 bei der Begebung einer Hochzinsanleihe begleitet. Hagelüken und ihr Team beraten Cheplapharm regelmäßig zu Kreditfinanzierungen.

Latham-Partner Engeler und Rechtsleiter Klumb kennen sich ebenfalls schon länger. Sie arbeiteten bereits bei vorhergehenden Zukäufen zusammen, etwa 2020 beim Kauf von Produktrechten von Leo Pharma und Takeda Pharmaceutical.

Auch das Team von Freshfields verlängert mit der Beratung zum IPO eine bereits bestehende Mandatsbeziehung. Simone Bono etwa beriet bankseitig zu den Hochzinsanleihen. Zudem waren Gesellschaftsrechtler der Kanzlei bei den Transaktionen des Unternehmens involviert, etwa 2021 beim Kauf eines Produktportfolios von Astellas.

Covington & Burling war in den vergangenen Jahren mehrmals mit ihren internationalen Büros an Transaktionen von Bristol-Myers Squibb beteiligt. Vergangenes Jahr etwa beriet sie den US-Pharmakonzern beim Verkauf einer Schweizer Produktionsstätte an die chinesische WuXi. (mit Material von dpa)

Februar 2022, Anmerkung der Redaktion: Cheplapharm kündigte an, den geplanten Börsengang wegen der volatilen Aktienmärkte zu verschieben und eine neue Finanzierung aufzusetzen.

Copyright Teaserbild: Itsanan/stock.adobe.com

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