Großfusion bahnt sich an

Deutsche Wohnen greift mit Sullivan nach GSW

Autor/en
  • JUVE

Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen hat angekündigt, ein öffentliches Umtauschangebot für alle Aktien der Wettbewerberin GSW Immobilien abzugeben. Dadurch entstünde ein Immobiliengigant mit 150.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten sowie einem Portfolio im Wert von rund 8,5 Milliarden Euro. Deutsche Wohnen taxiert den Eigenkapitalwert der GSW auf 1,75 Milliarden Euro.

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Carsten Berrar
Carsten Berrar

Deutsche Wohnen erwartet durch den Zusammenschluss Synergien in Höhe von 25 Millionen Euro, gleich hoch sollen auch die Integrationskosten ausfallen. Die Deutsche Bank und UBS agieren als Finanzberater der Deutschen Wohnen, die DZ Bank soll den beiden Banken zusätzlich bei der Abwicklung der Transaktion helfen.

Das abzugebende Umtauschangebot sieht vor, dass die GSW-Aktionäre 51 Deutsche Wohnen-Aktien für je 20 GSW-Aktien erhalten. Nach Abschluss der Transaktion werden die früheren Aktionäre der Deutsche Wohnen dann einen Anteil von 57 Prozent und die früheren Aktionäre der GSW einen Anteil von 43 Prozent an dem kombinierten Unternehmen halten – vorausgesetzt, dass alle GSW-Aktien umgetauscht werden.

Deutsche Wohnen stellt das Angebot unter die Bedingungen, dass es zu einer Mindestannahme von 75 Prozent kommt und ihre Aktionäre auf der Hauptversammlung Ende September eine Sachkapitalerhöhung beschließen. Zudem muss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht das Angebot noch erlauben.

2004 hatte das Land Berlin die GSW an die Finanzinvestoren Whitehall und Cerberus verkauft, 2011 erfolgte der Gang an die Börse (mehr…). Das GSW-Immobilienportfolio umfasst rund 60.000 Wohn- und Gewerbeeinheiten und wurde zuletzt mit rund 3,3 Milliarden Euro bewertet.

Berater Deutsche Wohnen
Sullivan & Cromwell (Frankfurt): Dr. Carsten Berrar (Federführung), Konstantin Technau, York Schnorbus, Markus Lauer (alle Corporate/M&A), Juan Rodriguez (Kartellrecht; London)
Inhouse (Berlin): Dirk Sonnberg (Leiter Recht)

Berater Deutsche Bank
Inhouse (Frankfurt): Dr. Ulrich Brandt – aus dem Markt bekannt

Berater DZ Bank
Inhouse (Frankfurt): Christoph Apel – aus dem Markt bekannt

Berater UBS
Inhouse (Frankfurt): Holger Hirschberg – aus dem Markt bekannt

Berater GSW Immobilien
Hengeler Mueller (Frankfurt): Dr. Maximilian Schiessl (M&A/Gesellschaftsrecht), Dr. Dirk Busch (Kapitalmarktrecht), Dr. Christof Jäckle (M&A), Prof. Dr. Gerd Krieger (Gesellschaftsrecht), Dr. Christoph Stadler (Kartellrecht); Associates: Dr. Benjamin Leyendecker-Langner, Christian Strothotte, Dr. Martin Ulbrich, Dr. Carsten Wettich

Berater GSW-Aufsichtsrat
Linklaters (Frankfurt): Stephan Oppenhoff, Dr. Tim Johannsen-Roth (Düsseldorf; beide Federführung); Associates: Mathias Bock, Levin-Friedrich von Bismarck (alle Corporate)

Hintergrund: Deutsche Wohnen streut ihre Mandate insgesamt stark. Sullivan & Cromwell tritt aber regelmäßig in Erscheinung, etwa bei der milliardenschweren Übernahme des BauBeCon-Portfolios 2012 (mehr…) oder der Kapitalerhöhung Anfang dieses Jahres (mehr…). Bewährt haben sich an der Seite des Immobilienkonzerns auch Flick Gocke Schaumburg und Squire Sanders (mehr…).

GSW prüft das Angebot der Deutsche Wohnen mit Hengeler. Beim Börsengang war die Wahl des Unternehmens auf Freshfields Bruckhaus Deringer und Olswang gefallen (mehr…).

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