Mehrum

Kohlekraftwerk geht mit Freshfields und Noerr an Hengeler-Mandantin EPH

Die tschechische EPH hat das niedersächsische Steinkohlekraftwerk Mehrum von den Stadtwerken Hannover (Enercity) und BS Energy aus Braunschweig gekauft. Die Tschechen bleiben mit dem Kauf des sanierungsbedürftigen Kraftwerks ihrer Investitionsstrategie treu.

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Daniel Wiegand

Mit dem defizitären Steinkohlekraftwerk Mehrum erweitert die tschechische EPH ihr Portfolio um ein Asset, für den die ehemaligen Gesellschafter, Enercity und BS Energy, keine Verwendung mehr sahen. Das 750-Megawatt-Kraftwerk am Mittellandkanal östlich von Hannover konnte seit Längerem nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden. Für die Gesellschafter schlug das Werk jährlich mit 10 bis 15 Millionen Euro Verlust zu Buche. Die Frage, die sich den Betreibern stellte, lautete: Verkaufen oder Stilllegen?

Nun gelang Enercity und BS Energy mit dem Verkauf die deutlich lukrativere Lösung. Medienberichten zufolge sollen in dem Mitte September unterzeichneten Vertrag Arbeitsplatzgarantien für die 120 Beschäftigten enthalten sein, die das Kraftwerk betreiben.

Während die ehemaligen Gesellschafter des Kraftwerks Mehrum ihre Energieerzeugung aus fossilen Rohstoffen abstoßen möchten, investiert EPH in fossile Energieträger. Die Tschechen wetten darauf, dass etwa Kohlekraftwerke, auch vor dem Hintergrund des Ausstiegs Deutschlands aus der Kernenergie, noch einmal Konjunktur haben werden. EPH hatte zuletzt mit dem Kauf des ostdeutschen Braunkohletagebaugeschäfts von Vattenfall auf sich aufmerksam gemacht.  

Berater EPH
Hengeler Mueller (München): Dr. Daniel Wiegand (Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Dirk Uwer (Öffentliches Recht/Energierecht; Düsseldorf), Dr. Christian Hoefs (Arbeitsrecht), Thomas Müller (Immobilienwirtschaft; beide Frankfurt), Dr. Matthias Scheifele (Steuern), Dr. Thorsten Mäger (Kartellrecht; Düsseldorf), Dr. Jörg Meinzenbach (Öffentliches Recht/Energierecht; Düsseldorf); Associates: Dr. Achim Spengler, Dr. Philipp Dornbach (beide Gesellschaftsrecht/M&A), Dr. Moritz Rademacher (Öffentliches Recht/Energierecht; Düsseldorf), Eckbert Müller (Arbeitsrecht), Dr. Steffen Hörner (Steuern), Yasmin Holm (Steuern; alle Frankfurt), Dr. Tobias Bieber (Kartellrecht; Düsseldorf)

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Annedore Streyl

Berater Enercity
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Annedore Streyl (Federführung; Corporate/M&A; Berlin), Dr. Alexander Schwahn (Steuern), Dr. Boris Dzida (beide Hamburg), Dr. René Döring (Frankfurt/München), Prof. Dr. Klaus-Stefan Hohenstatt (alle Arbeitsrecht; Hamburg), Dr. Michael Ramb (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Berlin); Associates: Dr. Johannes Kater, Dr. Martin Schaper, Dr. Eva-Maria Hoyler, Dr. Nicholas Lütgerath (alle Corporate; alle Berlin), Ayk Meretzki, Dr. Katharina Kubik, Dr. Max Vogel (alle Steuern), Dr. Gerrit Beckhaus (Immobilienrecht; alle Hamburg), Conny Bickmann (Immobilienrecht; Düsseldorf), Stephan Kasperidus (Umweltrecht; Düsseldorf)
Inhouse Recht (Hannover): Lars Nienstedt (Leiter Recht)

Berater BS Energy
Noerr: Christoph Spiering (Federführung; Corporate/M&A; Hamburg), Dr. Carsten Heinz (Strukturierung; Berlin); Associates: Dr. Sarah Götze (Corporate/M&A; Hamburg); Michael Tomasso (Strukturierung; Berlin)
Inhouse Recht (Braunschweig): Matthias Büttner (Leiter Recht)

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Christoph Spiering

Hintergrund: Hengeler-Partner Wiegand hatte EPH auch beim Kauf der Braunkohlesparte von Vattenfall beraten. Erstmals hatte der Münchner Corporate-Spezialist das tschechische Unternehmen 2010 beim Bieterwettbewerb um Steag begleitet.

Bereits beim Kauf der Braunkohlesparte von Vattenfall standen sich Freshfields und Hengeler in ähnlicher Besetzung gegenüber. Für die federführende Partnerin Streyl dürfte der Verkauf des Kraftwerks Mehrum allerdings der wohl letzte Deal unter der Freshfields-Flagge gewesen sein. In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass sie zum Oktober zu EY Law gewechselt ist.

Noerr war für BS Energy erstmals im Rahmen einer Transaktion mandatiert. Der Braunschweiger Versorger ist eine Tochter nicht nur der Stadtwerke Braunschweig, sondern mehrheitlich von Veolia Deutschland, die seit der Übernahme  (Rekommunalisierung) der Berliner Wasserbetriebe als Stammmandantin von Noerr gilt. Auf diesen Zusammenhang ist die Mandatierung des Noerr-Partners Spiering zurückzuführen, der auch im Komplex um die Berliner Wasserbetriebe, etwa bei der erfolgreichen Rückübertragung der Beteiligung an den Wasserbetrieben an die Stadt Berlin, dabei war. Ein Teil seines Team sorgte zudem für den steuerrechtlichen Support. (Martin Ströder)

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