Metro

Konzern spaltet sich mithilfe von Hengeler und Milbank auf

Der Handelskonzern Metro will sich in zwei unabhängige Unternehmen aufspalten. In einer Gesellschaft will er das Großhandels- und Lebensmittelgeschäft bündeln, in der anderen das sogenannte Consumer-Electronics-Geschäft um die Elektronikkette Media-Saturn. Beide Firmen sollen unabhängig an der Börse platziert werden, teilte Metro mit. Die Aktionäre würden an beiden neuen Unternehmen entsprechend ihrer jetzigen Anteilsquote beteiligt.

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Austmann_Andreas
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In der heutigen Metro AG verbleibt nach den Plänen die Elektronikkette Media-Saturn, die neue Gesellschaft würde dagegen die Cash & Carry-Märkte und die Real-Supermärkte unter ihrem Dach vereinen. Bis Mitte kommenden Jahres soll die Transaktion vollzogen werden, allerdings müssen Vorstand, Aufsichtsrat und 75 Prozent der Aktionäre das Vorhaben noch absegnen. Die Großaktionäre Haniel, Schmidt-Ruthenbeck und Beisheim haben ihre Zustimmung schon signalisiert.

Metro ist mit mehr als 200.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 59 Milliarden Euro das größte deutsche Handelsunternehmen und zählt auch international zu den wichtigen Größen. Der Konzern war 1996 nach einer Verschmelzung von Metro Cash & Carry mit der Kaufhof Holding, der Deutsche SB-Kauf und Asko Deutsche Kaufhaus entstanden.

Stengel_Arndt
Stengel_Arndt

Berater Metro
Hengeler Mueller (Düsseldorf): Dr. Andreas Austmann, Dr. Carsten Schapmann (beide Gesellschaftsrecht), Dr. Ralph Defren (Finanzierung; Frankfurt), Dr. Dirk Busch, Dr. Reinhold Ernst, Cecila Di Ció (alle Kapitalmarktrecht), Manuela Roeding (Litigation; alle Frankfurt); Associates: Dr. Martin Ulbrich, Dr. Dominik Heß, Dr. Christian Strothotte, Dr. Gianna Velte (alle Gesellschaftsrecht), Till Hiemenz-Müller (Finanzierung; Frankfurt), Caspar Haarmann (Kapitalmarktrecht)
Milbank Tweed Hadley & McCloy (Frankfurt): Dr. Arndt Stengel (Federführung), Dr. Christoph Rothenfußer (beide Corporate/M&A), Dr. Matthias Schell (Steuern; beide München), Dr. Mathias Eisen (Finanzierung); Associates: Dr. Markus Messinger, Dr. Leopold Riedl (beide Corporate/M&A; alle Frankfurt)
Flick Gocke Schaumburg (Bonn): Dr. Jens Schönfeld, Prof. Dr. Ingo Stangl (München), Prof. Dr. Andreas Schumacher; Associates: Dr. Malte Bergmann, Florian Holzner (alle Steuern)
Inhouse Recht (Düsseldorf): Dr. Dieter Haag Molkenteller (Leiter Recht) – aus dem Markt bekannt
Inhouse Steuern (Düsseldorf): Armin Gembruch (Leiter Steuern) – aus dem Markt bekannt

Berater Haniel
Glade Michel Wirtz (Düsseldorf): Dr. Andreas Merkner, Dr. Marco Sustmann (beide Corporate/Kapitalmarktrecht)
Inhouse Haniel (Duisburg): Dr. Peter Herz (Leiter Recht)

Hintergrund: Hengeler berät Metro seit Jahren immer wieder in gesellschaftsrechtlichen Fragen. So begleitete die Kanzlei schon den Verkauf des Osteuropageschäfts der Tochter Real, ebenso verteidigte sie das Unternehmen unlängst gegen eine Aktionärsklage. Im aktuellen Fall war das Hengeler-Team um Austmann die federführende Kanzlei, um die Möglichkeiten der Aufspaltung zu prüfen und vorzubereiten, und wird – falls die Gremien zustimmen – deren Umsetzung auch rechtlich begleiten. Damit hat sich Hengeler wieder ein großes Mandat von Metro gesichert, nachdem in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen um Media-Saturn immer wieder auch andere Kanzleien zum Zuge gekommen waren.

Auch Milbank-Partner Arndt Stengel kennt Metro aus früheren Transaktionen, zuletzt beriet er den Handelskonzern, als die Tochter Kaufhof von der kanadischen Hudson’s Bay übernommen wurde. Erst kurz zuvor war der ehemalige deutsche Corporate-Chef von Clifford Chance im März 2015 zu Milbank gewechselt. Stengel und Austmann waren bereits Mitte der 1990er Jahre eingeschaltet, als der Metro-Konzern entstand. Austmann war damals gerade bei Hengeler eingestiegen, Stengel arbeitete bei der Clifford-Vorgängerkanzlei Pünder Volhard Weber & Axster. Clifford berät Metro ebenfalls regelmäßig, sie führte beispielsweise das Mandat beim Kaufhof-Verkauf. Außerdem setzt der Handelsriese bei ausländischen Transaktionen immer wieder auf die Unterstützung von Freshfields Bruckhaus Deringer. Mit ihr verkaufte Metro unter anderem ihr Großhandelsgeschäft in Vietnam.

In steuerrechtlichen Themen vertraut Metro dagegen regelmäßig Flick Gocke Schaumburg, so mandatierte der Konzern die Kanzlei zuletzt bei der Neugestaltung der Verrechnungspreisstruktur.

Glade Michel Wirtz beriet den Duisburger Konzern Haniel schon mehrfach in Fragen zu seinem Engagement bei Metro, unter anderem bei der Abschmelzung seiner Beteiligung im Februar 2013 und bei der Auflösung einer komplexen Poolvereinbarung und der Metro Vermögensverwaltung GmbH-Struktur Ende 2014.

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