Milliardendeal

Liberty kauft mit Freshfields Unterstützung Unitymedia

In der deutschen Medienbranche ist die größte Übernahme seit Jahren perfekt: Für 3,5 Milliarden Euro wechselt der Kölner Kabelnetzbetreiber Unitymedia in die Hände des US-Medienkonzerns Liberty Global.

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Liberty hatte den deutschen Kabelmarkt, den zweitgrößten der Welt, schon lange im Auge. Bereits 2002 hatte Liberty Media, dessen Chef der US-Großindustrielle John Malone ist, versucht, das Kabelnetz der Deutschen Telekom zu erwerben. Damals war Malone jedoch am Nein des Bundeskartellamts gescheitert.

Liberty Global, vor einigen Jahren aus der Fusion von Liberty Media International sowie UnitedGlobalCom entstanden, übernimmt über ihre europäische Tochter UPC jetzt die Nummer Zwei am deutschen Markt hinter der Deutschen Telekom. Das Unternehmen mit seinen 6,4 Millionen Kunden gehört seit 2003 Finanzinvestoren, die ihre Anteile in der Unitymedia S.C.A. gebündelt haben. Größte Gesellschafter waren die britische Private-Equity-Gesellschaft BC Partners mit 35 Prozent sowie der US-Investor Apollo mit 29 Prozent. Schon im Sommer 2008 hatten die Investoren einen Ausstieg über einen Verkauf der Anteile an der Börse erwogen. Zuletzt wollten die beiden Beteiligungsgesellschaften Unitymedia Anfang 2010 an die Börse bringen und hatten dafür die Banken UBS und Morgan Stanley mandatiert. Parallel dazu verhandelten sie aber in einem Dual-Track-Verfahren auch weiter über einen Verkauf.

Der Abschluss der Transaktion wird nun für die erste Jahreshälfte 2010 erwartet. Vom Kaufpreis entfallen 1,5 Milliarden Euro auf die Übernahme von Schulden. Zudem soll der Erwerb über einen Kredit von Unitymedia selbst in Höhe von 2,5 Milliarden Euro finanziert werden. Presseberichten zufolge stehen hinter dem Kredit Credit Suisse, die Deutsche Bank, Goldman Sachs und JP Morgan.

Mit Liberty Globals Eintritt wird sich der Kampf um Kundenanteile im deutschen Kabelnetzmarkt weiter zuspitzen und Anbieter wie Unitymedia oder auch Kabel Deutschland nach Einschätzung von Branchenexperten zu ernsthaften Konkurrenten der Deutschen Telekom werden. In der deutschen Medienbranche ist es die zweite große Transaktion binnen einer Woche. Telefónica hatte Anfang November den Hamburger Breitbandanbieter Hansenet  für 900 Millionen Euro erworben. Der jetzige Coup von Liberty Global ist die  größte Transaktion seit dem Einstieg der Investoren KKR und Permira bei ProSiebenSat1. (René Bender, Astrid Jatzkowski)

Berater Liberty Global/UPC
Freshfields Bruckhaus Deringer: Dr. Michael Haidinger (Unternehmensrecht; Hamburg), Dr. Thomas Tschentscher (TMT; Düsseldorf; beide Federführung), Laurent Garzaniti (Kartellrecht; Brüssel), Yorck Jetter (Bank- und Finanzrecht), Dr. Christian Sistermann (Steuerrecht; beide München), Mark Strauch (Unternehmensrecht; Frankfurt), Dr. Thomas Müller-Bonanni (Arbeitsrecht; Düsseldorf), Dr. Hans-Joachim Prieß (Wettbewerbsrecht; Berlin), Dr. Andrea Lensing-Kramer (IP; Düsseldorf); Associates: Dr. Julia Sommer, Danielle Herrmann (beide TMT; Frankfurt), Dr. Achim Müller, Dr. Nis Carstens, Lars Meyer, Dr. Heiko Bertelmann (alle Unternehmensrecht; Hamburg), Christian Krohs, Ben Graham (beide Kartellrecht; Brüssel), Dr. Peter Ruess (IP/IT; Düsseldorf), Dr. Tilmann Gütt (Bank- und Finanzrecht; München),  Dr. Birgit Fischborn, Christoph Backert (beide TMT;  Düsseldorf),  Dr. David Beutel (Steuerrecht; München), Dr. Lutz Nimmerjahn (Arbeitsrecht; Düsseldorf), Dr. Bärbel Sachs, Anahita Thoms (beide Wettbewerbsrecht; Berlin), Lutz Reulecke (Public Affairs; Berlin)
Inhouse (Amsterdam): Ton Tuijten (General Counsel), Andrea Salvato (Head of M&A), Manuel Kohnstamm (Public Policy)
Ropes & Gray: Mike Goetz, Jonathan Bloom (beide London), Jay Kim (New York) , Craig Marcus, Jane Rogers (beide Boston) – aus dem Markt bekannt

Berater Unitymedia
Latham & Watkins
(Frankfurt):  Dr. Hans-Jürgen Lütt (Corporate), Raymond Lin, Taurie Zeitzer (beide New York; alle Federführung), Volker Schäfer (Litigation), Dr. Andreas Weitbrecht (Kartellrecht); Associates: Gregor Klenk (Corporate; Federführung), Annekatrin Pelster (beide Corporate), Dr. Georg Weidenbach (Kartellrecht), Thomas Kunze (Finance), Aaron Slavens (Corporate; New York)

Berater Apollo/BC Partners
Hogan & Hartson Raue
(Berlin): Dr. Christoph Wagner, Dr Andreas Grünwald; Associate: Dr. Falk Schöning (alle Regulierung/Kartellrecht – aus dem Markt bekannt

Berater Banken
Latham & Watkins (London): Richard Trobman – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Latham stand Unitymedia bereits beim Erwerb der Kabelnetze in Aachen und Wiesbaden von Primacom zur Seite (mehr…). Schon zuvor hatte die Kanzlei auch häufiger BC Partners, Hauptaktionärin bei Unitymedia, beraten. Auch für Freshfields ist ihre jetzige Mandantin keine Unbekannte. Schon als Liberty Media 2002 versucht hatte, die TV-Kabelnetze der Deutschen Telekom zu erwerben, stand ein Team um Partner Tschentscher dem Unternehmen zur Seite. Über diese Verbindung stammen auch die Kontakte zu Liberty Global. 

Sowohl Freshfields als auch Latham kennen zudem auch die jetzige Gegenseite als eigene Mandanten: Freshfields beriet etwa Unitymedia beim Verkauf von TeleColumbus (mehr…) und unterhält Verbindungen zum zweiten Investor Apollo.  Latham schließlich betreute Liberty Global 2006 beim Verkauf ihrer Anteile an Primacom.

 Die Verkäufer Apollo und BC Partners haben jetzt für regulatorische und kartellrechtliche Aspekte zudem Hogan & Hartson mandatiert. Die Kanzlei war schon einmal für Apollo tätig, pflegte bislang aber keine regelmäßige Mandatsbeziehung zu den Investoren.

Ropes & Gray, die Presseberichten zufolge für die Finanzierungsseite des Deals verantwortlich zeichneten, hatten erst im Oktober in London eröffnet. Die US-Kanzlei holte hierfür die früheren Freshfields-Partner Maurice Allen und Michael Goetz, Bloom kam kürzlich von White & Case. Allen und Goetz haben Liberty auch schon in der Vergangenheit beraten.





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