Neuer Anstrich

Milbank und Kirkland beraten Käufer von Clariant-Farbensparte

Die Heubach-Gruppe legt mit der Unterstützung von SK Capital ihr Pigmentgeschäft mit dem von Clariant zusammen. Das neue Unternehmen soll unter dem Namen Heubach geführt werden. Der Abschluss der Transaktion ist für die erste Hälfte des Jahres 2022 geplant, sofern die zuständigen Behörden zustimmen.

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Attila Oldag
Attila Oldag

Die Heubach-Gruppe und SK Capital zahlen rund 735 Millionen Euro an Clariant. Weitere 46 Millionen Euro können abhängig vom Geschäftsergebnis im Jahr 2021 noch hinzukommen. An dem neuen, nach luxemburgischem Recht firmierenden Unternehmen bleibt auch Clariant mit 20 Prozent beteiligt. Ausgangspunkt der Transaktion war eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Heubach-Gruppe und dem US-Investor SK Capital.

Durch den Zusammenschluss von Heubach und Clariant Pigments entsteht ein weltweit führendes Pigmentunternehmen mit einem jährlichen Umsatz von mehr als 900 Millionen Euro. Ziel ist es, die Produktpalette zu erweitern und eine breitere geografische Abdeckung zu erreichen.

Clariant sitzt in Muttenz in der Schweiz unweit von Basel. Mit 13.000 Mitarbeitern weltweit stellt das Unternehmen Chemikalien her. Heubach ist auf die Herstellung von Farbpigmenten spezialisiert, die zum Beispiel in der Produktion von Farben und Lacken, aber auch bei der Einfärbung von Saatgut zum Einsatz kommen. Seinen Hauptsitz hat das Unternehmen in Langelsheim. Insgesamt beschäftigt Heubach mehr als 1.000 Mitarbeiter.

US-Investor SK Capital, die regelmäßig auch in Chemieunternehmen investieren, hatte bereits 2013 einen Geschäftsteil von Clariant übernommen. Unter dem Namen Archroma gehört die Sparte noch heute zum Portfolio des Investors.

Michael Bernhardt
Michael Bernhardt

Berater Heubach-Gruppe/SK Capital
Lenz & Staehelin (Zürich): Tino Gaberthüel (Federführung), Stephan Erni (beide Corporate/M&A), Beat Kühni (Immobilienwirtschaftsrecht), Marcel Tranchet (Finanzierung), Astrid Waser (Kartellrecht), Peter Ling (IP); Associates: Iliana Djagova, Nicole Humbel, Eric Meier, Patrick Sattler (alle Corporate/M&A), Hannes Kieser (Finanzierung), Sandro Travaglini (Kartellrecht), Elena Furlanetto (Arbeitsrecht), Leo Rusterholz, Nadja Flühler (beide IT), Vera Vallone (IP)
Milbank (Frankfurt): Dr. Michael Bernhardt (Federführung), Dr. Andrea Eggenstein (beide Corporate/M&A), Dr. Alexander Rinne (Kartellrecht; München), Dr. Matthias Schell (Steuern; München); Associates: Sebastian Dexheimer, Andreas Rief (beide Corporate/M&A), Alexander Zyrewitz (Kartellrecht), Dr. Moritz Philipp (Steuern; beide München)
Kirkland & Ellis (München): Attila Oldag, Dr. Christoph Jerger, David Holdsworth (London; alle Federführung), Rachel Greenhalgh (London; alle M&A/Private Equity); Kirsteen Nicol (London), John Kefer (New York), Thomas Dobleman, Jocelyn Hirsch (beide Chicago; alle Finanzierung), Shane Cranley (London), Dr. Thomas Wilson (Brüssel; beide Kartellrecht), Daniel Hiemer, Timothy Lowe, Cian O’Connor (beide London; alle Steuern); Associate: Dr. Johannes Rowold, Amelia Rolfe, Louis Hopson (beide London), Joshua Cowin (Chicago; alle M&A/Private Equity), Stefan Arnold-Soulby, Maurice Walsh (beide London), Bridget Hahn ( New York; alle Finanzierung), Philipp Gnatzy, Sandeep Ravikumar (beide Kartellrecht; beide London)
KPMG (Berlin): Dr. Heide Gröger (Deal Advisory/M&A Tax) – aus dem Markt bekannt
Ernst & Young (Salzburg): Johannes Volpini (Steuern) – aus dem Markt bekannt

Berater Clariant: 
Homburger (Zürich): Frank Gerhard, Daniel Hasler (beide Federführung; beide Corporate/M&A), Marcel Dietrich, Richard Stäuber, Andreas Burger (alle Kartellrecht), Reto Heuberger (Steuern), Gregor Bühler (IP/IT), Jürg Frick (Finanzierung); Associates: Stefan Blunschi, Carlo Sulser, Marc Schamaun, Nicola Togni, Lars Göldi, Rafael Winter, Severin Egloff, Luzius Kaufmann, Urs Stürmer (alle Corporate/M&A), Allegra Arnold, Jonas Krull, Katharina Bratvogel (alle Kartellrecht), Marc Vogelsang, Arbnor Sheholli (beide Steuern), Philippe Baumann, Daniel Lütolf (beide IP/IT)

Notar
Wicke Herrler (München): Sebastian Herrler – aus dem Markt bekannt

Heide Gröger
Heide Gröger

Hintergrund: Die Kooperationsvereinbarung zwischen Heubach und SK Capital verhandelten die Teams von Milbank sowie Kirkland nach deutschem Recht miteinander. SK Capital ging mit Kirkland in die Verhandlungen, Heubach mit Milbank. Beurkundet wurde die wegweisende Vereinbarung von den Münchner Notaren Wicke Herrler.

Die Beziehung zwischen dem US-Investor und Kirkland ist bekannt. Während die deutschen Corporate-Anwälte um Partner Oldag zur Kooperation mit Heubach gefragt waren, kümmerten sich die US-Anwälte um die Finanzierungsfragen des Investors. Die kartellrechtlichen Aspekte der Transaktion wurden maßgeblich aus London heraus gesteuert. 

Die Zusammenlegung der Sparten in der neuen luxemburgischen Heubach-Tochter wurde nach Schweizer Recht verhandelt, wozu Heubach und SK Capital gemeinsam auf die Züricher Kanzlei Lenz & Staehelin setzte. Kirkland arbeitet bei Transaktionen in der Schweiz häufiger mit Lenz & Staehelin zusammen und war nach JUVE-Informationen für SK Capital weiterhin mit dem Mandat befasst. Steuerlich begleitete KPMG mit einem Team um Partnerin Gröger die Transaktion auf Seiten von SK Capital. Für Heubach wurde EY Österreich aktiv. 

Clariant mandatierte mit Homburger ihre bewährte Beraterin. Corporate-Partner Gerhard verfügt über gute Kontakte zum Chemiekonzern und beriet das Unternehmen bereits mehrfach, unter anderem als Clariant im vergangenen Jahr seine Farbgranulat-Sparte an den US-Kunststoffhersteller PolyOne (heute Avient) verkaufte. Ein Team von Gerhard war es auch, das Clariant 2017 zu geplanten Fusion mit dem US-Wettbewerber Huntsman beriet, die letzten Endes am Widerstand des Clariant Großaktionärs White Tale scheiterte. (Michael Forst)

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