Premiere

Commerzbank platziert mit Linklaters neuartiges Anleiheprodukt

Autor/en
  • JUVE

Erstmals hat eine Bank in Deutschland Schuldverschreibungen an den Kapitalmarkt gebracht, die mit Krediten an kleine und mittelgroße Unternehmen besichert sind. Die Commerzbank platzierte den sogenannten Structured Covered Bond mit einem Volumen von 500 Millionen Euro bei institutionellen Investoren.

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Diese erhalten für eine Laufzeit von fünf Jahren einen Zinssatz von 1,5 Prozent jährlich. Die Emission der Papiere erfolgte über das ‚SME Structured Covered Bond Programme‘ der Commerzbank. Sie bilden eine Plattform für das neue pfandbriefähnliche Instrument und ermöglichen, Anleihen in Höhe von bis zu fünf Milliarden Euro zu emittieren. Jeweils von der Commerzbank zu begebende Schuldverschreibungen sind durch die Garantie einer Zweckgesellschaft besichert, die durch Forderungen an kleine und mittlere Unternehmen gedeckt ist. Ein klassischer Pfandbrief scheidet als mögliches Produkt für diese Anlageklasse aus, da das Pfandbriefgesetz sie nicht vorsieht.

Gewöhnlich sind Covered Bonds mit Immobilienkrediten oder Kommunalanleihen unterlegt, die als sicherer gelten. Einige große Investoren wie BlackRock und Pacific Investment Management Co. äußerten sich zunächst skeptisch über die Papiere und warnten vor einer Qualitätsverschlechterung im Markt für besicherte Anleihen. Das Vertrauen in den deutschen Mittelstand ist aber offenbar groß, denn die Nachfrage nach dem Bond war sehr hoch. Er war zweifach überzeichnet. Mehr als die Hälfte der Nachfrage kam aus dem Ausland. Unterstützt wurde die Commerzbank bei der Emission von Barclays, der Crédit Agricole und UniCredit. Die Ratingagentur Fitch bewertete den Bond.

Vor allem Banken suchen nach dem Zusammenbruch des Immobilienmarktes in Teilen Europas nach neuen Schuldtiteln, die sie in Covered Bonds einbringen können. Structured Covered Bonds gelten inzwischen am Kapitalmarkt als eine Form gedeckter Bankfinanzierungen, die sich neben Asset Backed Securities Bonds und Pfandbriefen Stück für Stück etabliert.

Sie stellen eine Alternative zu unbesicherten Bankanleihen dar, bei denen der Anleger im Insolvenzfall lediglich einfacher Insolvenzgläubiger ist. Bei besicherten Schuldverschreibungen erhält der Investor dagegen Garantien, wie etwa den Zugriff auf Darlehen. Durch den Vertrauensverlust im Zuge der Eurokrise können viele Banken kaum noch unbesicherte Anleihen platzieren.

Andere Banken wollen dem Beispiel der Commerzbank folgen und ebenfalls Bonds begeben, die mit Krediten an kleine und mittlere Unternehmen besichert sind.

Berater Commerzbank
Linklaters (Frankfurt): Dr. Burkhard Rinne (Federführung), Dr. Kurt Dittrich, Oliver Dreher (alle Kapitalmarktrecht), Florian Lechner (Steuern); Associates: Barbara Lauer, Claudia Grabbe, Olga Bergmann, Jördis Harbeck (alle Kapitalmarktrecht), Dr. Martin Haisch (Steuern)
Inhouse (Frankfurt): Wolfgang Reichel, Christina Gerhardt

Berater Fitch
Sidley Austin (Frankfurt): Dr. Jens Rinze, Werner Geisselmeier

Hintergrund: Die Commerzbank greift regelmäßig auf die Kapitalmarktpraxis von Linklaters zurück. Schon seit Jahren betreut die Sozietät dabei auch Verbriefungstransaktionen, insbesondere von Mittelstandskrediten, sowie die Emission von Anleihen. Das Team gilt als eines der erfahrensten am deutschen Markt für die Begleitung innovativer Produkte. Sidley Austin ist eine der wesentlichen Beraterinnen hierzulande an der Seite der Ratingagentur Fitch. (René Bender)

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