Saarland

Creos kauf mit Baker Stromnetz von CMS-Mandantin Steag

Die zur luxemburgischen Encevo-Gruppe gehörende Creos hat der Steag ihr saarländisches Stromnetz abgekauft. Der Essener Stromnetzbetreiber bereinigte mit dem Verkauf sein Portfolio weiter. Creos baut dagegen sein Engagement als Gas- und Stromnetzbetreiber im Südwesten Deutschlands aus.

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Heitling_Tim
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Für die in Deutschland auf Gasnetzbetrieb spezialisierte Tochter der Luxemburger Encevo-Gruppe bot sich mit dem Erwerb die Chance, im südwestdeutschen Stromnetzbetrieb Fuß zu fassen. Per Gebot im Bieterverfahren sicherte sie sich das 450 Kilometer lange Mittel- und Hochspannungsnetz, das aus 194 Kilometern Freileitung für Hochspannung sowie 277 Kilometern Kabel für Mittel- und Niederspannung besteht.

Das saarländische Stromnetz wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Elektrifizierung des Saar-Bergbaus errichtet. Rund 26 Mitarbeiter betreiben das Netz, das auch in Zukunft noch gebraucht wird, um das Wasser zuverlässig aus den stillgelegten Stollen zu pumpen.

Mit dem Verkauf antwortet die Steag, die seit 2014 im Besitz des Stadtwerke-Konsortiums Rhein-Ruhr ist, weiter auf das sich ändernde Marktumfeld. Ihr Geschäft richtet sie auf die Energieerzeugung und Energievermarktung aus. Hier nahmen allerdings jüngst wegen der weiter fallenden Energiepreise die Probleme zumindest für das Deutschlandgeschäft wieder zu. Ein weiteres Standbein der Steag ist daneben die Wärmeerzeugung und -vermarktung über eigene Fernwärmenetze. Den von der Kohle dominierten Kraftwerkspark konnte sie zuletzt etwa durch Zukäufe von Müllverbrennungsanlagen erweitern.

Brunn_Thomas
Brunn_Thomas

Berater Creos/Encevo-Gruppe
Baker & McKenzie: Dr. Tim Heitling, Dr. Thomas Dörmer (beide Federführung; beide M&A/Energie), Dr. Frank-Rainer Töpfer (Bergrecht), Dr. Janet Butler (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Christian Burholt (Kartellrecht; alle Berlin), Prof. Dr. Joachim Scherer, Caroline Heinickel (beide Telekommunikationsrecht), Dr. Christian Reichel, Dr. Verena Böhm (beide Arbeitsrecht), Dr. Holger Lutz (IT-Recht), Dr. Florian Thamm (Immobilienrecht), Dr. Peter Stankewitsch (Versicherung; alle Frankfurt); Associates: Dr. Daniel Neudecker (M&A/Energie), Dr. Ilya Levin (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Dr. Matthias Köhler (Arbeitsrecht; alle Berlin), Dr. Tobias Born (IT-Recht), Dr. Niklas Wielandt (Immobilienrecht; beide Frankfurt), Vedrana Ponseck (Versicherungsrecht; Düsseldorf)
EY (Hamburg): Dr. Florian Ropohl, Michael Hartmann, Kai Dittmer (alle Steuern )
Inhouse Recht (Encevo; Luxemburg): Lilli Bart (Legal M&A), Sissy Vesquet (Arbeitsrecht/Pensionen)
Inhouse Recht (Creos; Homburg): Helga Groß (Leiterin Recht), Manuel Karb (Regulierung), Jochen Kallenborn (Steuern)

Berater Steag
CMS Hasche Sigle (Düsseldorf): Dr. Thomas Brunn (Federführung; Corporate/M&A), Dr. Friedrich von Burchard (Energiewirtschaftsrecht), Dr. Barbara Bittmann (Arbeitsrecht), Marcus Fischer (Steuerrecht; Frankfurt), Dr. Christian Scherer-Leydecker (Öffentliches Wirtschaftsrecht), Michael Kamps (IT-Recht; beide Köln), Dr. Michael Bauer (Kartellrecht; Brüssel); Associates: Jan Mey (Öffentliches Wirtschaftsrecht; Köln), Stefanie Hankiewicz (Kartellrecht; Brüssel) 
Inhouse Recht (Essen): Sina Schulenburg, Tobias Gwisdalla

Hintergrund: Die Berliner Baker-Partner Heitling und Dörmer pflegen eine langjährige Mandatsbeziehung zu Encevo und ihrer deutschen Tochter Creos. Sie datiert aus früheren Taylor Wessing-Zeiten. Heitling und Dörmer waren Mitte 2016 von dort zu Baker gewechselt.

Neben den beiden Energiemarkttransaktionsspezialisten war insbesondere der auf das Bergrecht spezialisierte Berliner Partner Töpfer in den Deal eingebunden. Töpfer gehört ebenso wie etwa Dr. Fritz von Hammerstein von CMS und Dr. Wolf Spieth von Freshfields zu den führenden Bergrechtlern Deutschlands. Seine Erfahrung war notwendig, weil das saarländische Stromnetz wegen seiner einstigen Funktion als bergrechtlicher Vermögenswert bilanziert wird. Der Betrieb des Netzes erfordert zudem – wie der von Gaspipelines auch – eine bergrechtliche Genehmigung.

Das Team um Dörmer und Heitling wurde von den Inhouseteams von Creos und Encevo unterstützt, die ein mehrköpfiges Projektteam zusammenstellten. Die Luxemburger M&A-Abteilung von Encevo koordinierte sich dazu mit den Inhouseregulierungsrechtlern aus Homburg.

CMS-Partner Brunn, der Mitte 2013 von Clifford Chance gekommen war, wird immer wieder von der Steag bei Zukäufen mandatiert, zuletzt etwa beim Kauf der Anteile an zwei Müllverbrennungsanlagen von Vattenfall. Wie bei den anderen Deals konnte er sich auch hier wieder im Pitch gegen Mitbewerber durchsetzen. Neben den Gesellschaftsrechtlern war insbesondere der Frankfurter Steuerrechtler Fischer nennenswert an der Transaktion beteiligt.

EY war seinerzeit mit einem Duo bei Creos vorstellig geworden: Ihr Berliner Partner Martin Selter, Head of Transaction Advisory Services Energy, und EY-Partner Ropohl, der von Hamburger aus das deutsche Energy Transaction Tax Team leitet, konnten das Engagement zusammen gewinnen.  Die WP-Gesellschaft ist zudem langjähig für die Encevo-Aktionärin Ardian tätig. (Martin Ströder)

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