Die reine Bargeldtransaktion läuft über die US-Tochter von Asahi Kasei, Veloxis Pharmaceuticals, und soll in der ersten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden.
Aicuris entwickelt Wirkstoffe zur Behandlung schwerer Virusinfektionen bei immungeschwächten Patienten. Das wichtigste Produkt ist derzeit ein Kandidat zur Behandlung von Herpes-simplex-Virusinfektionen, der kürzlich die entscheidende Phase-III-Studie erfolgreich abschloss. Ein weiterer Wirkstoff soll Nierentransplantierte vor Komplikationen durch das BK-Virus schützen.
Bayer-Spin-off wird amerikanisch
Das 2006 von der Chemikerin und Virologin Helga Rübsamen-Schaeff als Spin-off der Bayer-Forschung gegründete Unternehmen wird in die Pharmasparte Veloxis integriert. Asahi Kasei will damit sein Spezialpharmageschäft in den Bereichen Infektionskrankheiten und Transplantationsmedizin ausbauen. Die Veloxis-Präsenz in den USA verschafft Aicuris Zugang zu wichtigen Transplantationszentren.
Zu den Gründungsinvestoren gehören die Milliardärsbrüder Thomas und Andreas Strüngmann über ihre Investmentgesellschaft Athos, die als Hauptanteilseignerin gilt. Der Deal zählt zu den größten in der deutschen Biotech-Branche der vergangenen Jahre.
Als Finanzberater auf Verkäuferseite agierte die Bank of America Europe.
Die Berater im Überblick
Berater Veloxis/Asahi Kasei
Freshfields: Dr. Lars Meyer (Federführung; Berlin), Dr. Christian Ruoff (Steuerrecht; Hamburg), Dr. Michael Ramb (Regulierung; Düsseldorf), Dr. Philipp Dohnke (Commercial/IP; Hamburg), Dr. Christoph Werkmeister (Datenschutz; Düsseldorf), Dr. Frank Schaer (Arbeitsrecht; Frankfurt), Dr. Gerrit Beckhaus (Immobilienrecht; Hamburg), Dr. Stephan Denk (Compliance; Wien), Dr. Philipp Lehmann (Commercial/IP; Frankfurt), Dr. Uwe Salaschek (Kartellrecht; Berlin), Dr. Lukas Pomaroli (Compliance; Wien), Jordan Salzman (Arbeitsrecht; New York); Associates: Vasco Ollero (Federführung), Dr. Jil Rollmann (beide Corporate/M&A), Dr. Tobias Franz (Steuerrecht), Dr. Maximilian Zellerhoff (Commercial/IP), Dr. Nicolas Sölter (Regulierung; alle Hamburg), Malte Symann (Kartellrecht; Berlin), Benedikt Grosch (Corporate/M&A; Frankfurt), Dr. Oliver Neuner (Regulierung; Hamburg), Lorena Faggioli (Arbeitsrecht; Frankfurt), Julia Sommer (Compliance; Wien), Leonhard Ackermann (Immobilienrecht; Hamburg), Lennart Meyer (Datenschutz; Düsseldorf), Steven Baier (Steuerrecht; Hamburg), Lina Zhu (Arbeitsrecht; New York)
Inhouse Recht (Chapel Hill): Noel Barnard (General Counsel), Tom Brady (Senior Counsel) – aus dem Markt bekannt
Berater Aicuris-Gesellschafter
Gibson Dunn & Crutcher (Frankfurt): Dr. Dirk Oberbracht, Sonja Ruttmann (München; beide M&A; beide Federführung), Ryan Murr (M&A; San Francisco), Benjamin Rapp, Sean Feller (Los Angeles; beide Steuerrecht), Dr. Lars Petersen (Regulatory/FDI), Kai Gesing (München; Kartellrecht), Dr. Aliresa Fatemi (M&A), Dr. Peter Gumnior (Arbeitsrecht); Associates: Simon Stöhlker, Andreas Rief (beide M&A), Tim Windfelder, David Lübkemeier (beide M&A; beide München), Daniel Reich, Nicolas von Wallis (beide Steuerrecht), Yannick Oberacker (Kartellrecht; beide München)
Notariat
Wicke Herrler (München) – aus dem Markt bekannt
Hintergrund: Die Beraterkonstellation in dieser Transaktion weist starke Parallelen zu einem anderen Biotech-Deal aus dem Jahr 2020 auf. Als der US-Pharmakonzern Gilead die deutsche MYR für etwa 1,15 Milliarden Euro übernahm, beriet Gibson Dunn unter Federführung des Frankfurter Partners Oberbracht die amerikanische Käuferin, auf Verkäuferseite stand ein Freshfields-Team, unter anderem unter der Leitung von Meyer.
Bei der aktuellen Transaktion waren die Rollen umgekehrt: Nach JUVE-Informationen kam Freshfields nun auf eine Empfehlung aus dem Markt in das Mandat. Die Federführung hatte neben Meyer auch der Hamburger Principal Associate Ollero. Zudem übernahmen auch die Associates Rollmann und Grosch wichtige Rollen.
Der Kontakt zwischen Gibson Dunn und den Aicuris-Gesellschaftern kam über den CEO des Biotech-Unternehmens, Larry Edwards, zustande. Dieser war vor seinem Wechsel zu Aicuris im Frühjahr 2023 bei La Jolla Pharmaceuticals tätig, die bei ihrem Verkauf an Innoviva 2022 von einem US-Team von Gibson Dunn beraten worden war. Durch den starken US-Bezug der aktuellen Transaktion kam ein deutsch-amerikanisches Team der Kanzlei zum Einsatz.
Ansonsten war in der Vergangenheit für den Hauptgesellschafter Athos, die Investmentgesellschaft der Strüngmann-Zwillinge, oft das Münchner Büro von Honert zu sehen, etwa bei der strategischen Partnerschaft mit dem Biosimilar-Unternehmen Formycon oder dem Kauf des Desinfektionsherstellers Schülke & Mayr.