Gagfah

Inhouseteam und Freshfields stemmen Kapitalerhöhung

Das Wohnungsunternehmen Gagfah hat 20 Millionen Aktien bei institutionellen Investoren platziert. Knapp die Hälfte davon stammte aus einer Kapitalerhöhung, der Rest waren eigene Anteile. Zeitgleich verkauften der bisherige Mehrheitseigner Fortress Investment Group und ihm nahestehende Aktieninhaber ebenfalls 20 Millionen Aktien.

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Holger Franz
Holger Franz

Damit sinkt der Anteil, den Fortress an Gagfah hält, auf 48,8 Prozent. Beim Börsengang der Gagfah 2006 hatte Fortress 20 Prozent ihrer Anteile auf den Markt gebracht und war seinerzeit der erste ausländische Investor gewesen, der seine Wohnungsbeteiligung zu Geld machte. Bis jetzt hielt der Finanzinvestor noch gut 60 Prozent.

Die Platzierung der Aktien durch Gagfah erfolgte im Wege eines Accelerated Bookbuilding Process. Der Nettoerlös für den Wohnungskonzern liegt bei 176 Millionen Euro. Zwei Drittel davon sollen in eine Verbesserung der Kapitalstruktur und ein Drittel in wertsteigernde Investitionen für den Wohnungsbestand fließen. Fortress steckt ihren Erlös selbst ein.

Die Deutsche Bank und Goldman Sachs agierten als gemeinsame globale Koordinatoren, Unicredit als Joint Bookrunner der Transaktion.

Es ist die dritte große Finanzmaßnahme des Konzerns. Im Februar refinanzierte Gagfah mehr als eine Milliarde Euro, im Juni noch einmal mehr als zwei Milliarden Euro. Die jetzige Transaktion lief fast zeitgleich mit dem IPO des Wettbewerbers Deutsche Annington.

Berater Gagfah/Fortress
Inhouse (Mülheim): Dr. Holger Franz (General Counsel), Dr. Fabian Hess (Leiter Recht), Dr. Holger Martin
Freshfields Bruckhaus Deringer (Frankfurt): Rick van Aerssen, Mark Strauch (beide Kapitalmarktrecht); Associates: Dr. Jens Kunz, Dr. Kai Werner, Sharon Doku
Elvinger Hoss et Prussen (Luxemburg): Toinon Hoss, Miriam Schinner

Berater Banken
Linklaters: Dan Schuster-Woldan (Corporate; London), Dr. Herbert Harrer (Kapitalmarktrecht; Frankfurt), Pia Lavrysen (Corporate; Luxemburg); Associate: Melissa Hetherington (London) – aus dem Markt bekannt
Inhouse (Deutsche Bank; Frankfurt): Dr. Andreas Meyer – aus dem Markt bekannt

Hintergrund: Wie auch in den vergangenen Finanztransaktionen im Februar (mehr…) und Juni (mehr…) spielte das Inhouseteam um Franz eine aktive Rolle bei den Verhandlungen. Anders als dort stand den Unternehmensjuristen dieses Mal jedoch Freshfields zur Seite. Zuvor griff Gagfah auf Hengeler Mueller und Allen & Overy zurück, wobei die beiden Refinanzierungen und Verbriefungen aber auch eine gänzlich andere Struktur hatten.

Freshfields-Partner Strauch kennt das Unternehmen schon aus der Vergangenheit. Er stand bereits beim Börsengang 2006 an der Seite von Fortress (mehr…). Diesmal war jedoch vor allem van Aerssen involviert. Strauch beriet nahezu zeitgleich auch die Banken beim IPO der Deutsche Annington (mehr…).

Soweit bekannt, traten für die anderen involvierten Banken Inhouse-Anwälte aus London auf.

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