Hamburg

Die Großen werden kleiner

Ein Jahr mit wirtschaftlichen und politischen Großereignissen liegt hinter der Hansestadt: Der G20-Gipfel beeinträchtigte nicht nur das Leben der Bewohner, sondern hatte auch Auswirkungen auf Justiz und Anwaltschaft: Gerichte legten Sonderschichten ein, Wirtschaftskanzleien hielten den Betrieb auf Sparflamme, schließlich gab es auch noch Streit zwischen der Hamburger Rechtsanwaltskammer und der Polizeibehörde.

Doch v.a. die wichtigen wirtschaftlichen Entwicklungen sorgten für viel Arbeit bei Kanzleien: So erwirkten Umweltverbände vor dem Bundesverwaltungsgericht Nachbesserungen in Sachen Elbvertiefung, Reedereien kämpften gegen die anhaltende Schifffahrtskrise und retteten sich wie Hapag-Lloyd und Hamburg Süd in Fusionen oder mussten kapitulieren wie die Rickmers-Gruppe, die nach einer umfangreichen Restrukturierung in die Insolvenz ging.

Familienunternehmen dominieren die örtliche Wirtschaft

Dabei bleibt der Hamburger Markt weiterhin von den großen mittelständischen u. oft familiengeführten Gesellschaften geprägt. Für einige große internationale Kanzleien wurde deshalb das Geschäft mit den regionalen Hamburger Mandanten zunehmend schwierig: Denn passende und kostengünstigere Beratung findet diese Klientel auch bei den zahlreichen spezialisierten Boutiquen, die oft als Spin-offs aus eben jenen großen Einheiten entstanden sind.

Unterschiedliche Strategien für den speziellen Hamburger Markt

Dementsprechend verkleinerte zuletzt etwa White & Case ihre Mannschaft deutlich. Auch Latham & Watkins richtet sich immer mehr auf großvolumiges, internationales Geschäft aus – auch hier gingen erneut Partner, die diese Ausrichtung nicht abbilden können oder wollen. Dass es gelingen kann, sich auf hochklassiges Geschäft auszurichten und dennoch die Verbindung zu den bedeutenden Unternehmen vor Ort zu halten, zeigte allerdings Freshfields Bruckhaus Deringer.

Mit der Verkleinerung bei White & Case bot sich einer weiteren deutschen Kanzlei die Gelegenheit, erstmals einen Aufschlag in Hamburg zu wagen: Noerr eröffnete 2017 ein Büro, und auch Beiten Burkhardt kündigte jüngst an, ihr Glück bald im Norden versuchen zu wollen.

 Alles strebt nach Hamburg


Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die nach der Recherche der JUVE-Redaktion in ihrer Region eine besondere Bedeutung und Reputation genießen. Diese Kanzleien bieten typischerweise Beratung und Vertretung in vielen Sparten des Wirtschaftsrechts. Bitte beachten Sie aber ggf. Verweise auf weitere Besprechungen in einem Rechtsgebietskapitel. Dort finden Sie auch jeweils weitere Referenzmandate.