JUVE Kanzlei des Jahres

Private Equity und Venture Capital

Private Equity: Wohin mit dem Geld?

Auf der Suche nach geeigneten Übernahmezielen läuft der Private-Equity-Markt heiß. Nicht nur stark regulierte Branchen wie der Gesundheitssektor stehen bei den PE-Häusern mit ihren übervollen Kassen im Fokus. Auch die Public-to-Private-Transaktionen nehmen zu – zumindest die Versuche, börsennotierte Unternehmen zu übernehmen. Dass dies nicht immer gelingt, zeigte das Beispiel der Scout24-Übernahme. Für das Unternehmen hätten Blackstone/Hellman & Friedman die schwindelerregende Summe von 5,7 Milliarden Euro gezahlt.

Wenngleich die Abschlüsse im Large-Cap-Markt auch wegen des knappen Angebots oft auf sich warten ließen: Genug Arbeit für Berater bietet der Markt allemal. Dabei kristallisierten sich im vergangenen Jahr fünf dieses Segment dominierende Kanzleien heraus, allen voran Freshfields Bruckhaus Deringer mit ihrer beeindruckenden Partnerphalanx u. ihren Kontakten zu beinahe jedem zentralen Fonds. Weiterhin Hengeler Mueller, Milbank u. immer stärker Latham & Watkins. Am beeindruckendsten war in diesem Segment der Aufstieg von Kirkland & Ellis, die für die großen Häuser an fast allen wichtigen Bieterverfahren beteiligt war.

Personell war es in den Kanzleien ein ruhigeres Jahr, in dem es keine spektakulären Wechsel hochkarätiger Partner gab. Wegen prominenter Zugänge im Vorjahr beobachteten Wettbewerber vor allem Skadden Arps Slate Meagher & Flom u. Allen & Overy scharf. Spektakuläre Dealabschlüsse bleiben allerdings bei beiden (noch) aus.

Venture Capital: Auf Einhorn-Jagd

Weil die PE-Branche auf Milliarden von nicht investiertem Kapital sitzt, hält sie intensiv Ausschau nach neuen Anlageklassen. Das hat Auswirkungen auf den VC-Markt, in den nun immer häufiger die großen PE-Häuser drängen: Dass KKR oder Softbank in die größten Finanzierungsrunden hierzulande mit dreistelligen Millionenbeträgen wie bei N26 oder GetYourGuide einsteigen, ist keine Ausnahme mehr. Wenngleich das Volumen des deutschen Markts immer noch nur bei einem Bruchteil seines US-Pendants liegt, nehmen doch auch hierzulande die großen Finanzierungsrunden u. hochvolumigen Exits spürbar zu.

So kommt es, dass sich einige Großkanzleien auf die Jagd nach den VC-Einhörnern machen. Neben Hengeler Mueller gehört dazu auch Latham & Watkins. Weil die immer größer werdenden Start-ups auch immer häufiger einen Börsengang anpeilen, könnten Großkanzleien in Zukunft durch eine breitere Aufstellung einen Wettbewerbsvorteil haben. Und auch wegen des zunehmenden Einsatzes von Fremdkapital in VC-Transaktionen braucht es womöglich neben der branchenspezifischen Kenntnis mehr Berater für Finanzierungsfragen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass spezialisierte VC-Einheiten wie Vogel Heerma Waitz, Schnittker Möllmann Partners oder Lutz Abel auf dem Rückzug wären. Neben Großinvestoren sind genügend VC-Fonds aus dem In- u. vor allem Ausland auf der Suche nach Anlagemöglichkeiten in Deutschland. Darum bauen viele der kleineren Kanzleien ihre Teams langsam, aber stetig aus. Berlin hat sich dabei ganz klar als der ‚place to be‘ im Venture Capital erwiesen. Kanzleien wie Osborne Clarke, die seit Kurzem erst wieder mit einem Partner vor Ort präsent sind, sind dabei, den von ihnen ohnehin schon emsig beackerten VC-Markt weiter zu durchdringen.

Ein Büro in der Hauptstadt ist somit für viele der spezialisierten Einheiten mittlerweile Pflicht, wer dort (noch) nicht ist, verpasst womöglich die Chance, sich in der Szene zu vernetzen.

Die folgenden Bewertungen behandeln Kanzleien, die bei Transaktionen von und mit Private-Equity (PE)-Investoren und anderen Kapitalbeteiligungsgesellschaften beraten. Kanzleien mit Fokus auf große (Large-Cap-) und mittelgroße (Mid-Cap-) Transaktionen sind in jeweils eigenen Übersichten aufgeführt. Die Beratung zur Fondsgestaltung ist im Kapitel Investmentfonds und Asset-Management erfasst, die Beratung zur Fremdfinanzierung von PE-Deals im Kapitel Kredite und Akquisitionsfinanzierung. Eine weitere Übersicht erfasst Kanzleien, die bei Venture-Capital (VC)-Finanzierungen beraten. Dazu zählen Investitionen zu Beginn einer Unternehmensentwicklung (Start-up oder Seed Capital) ebenso wie weitere Finanzierungsrunden und das Ende des Investments.


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