Hintergrund Frankfurt, London, New York

Wo sitzt die Finance-Praxis der Zukunft?

Die großen Finance-Praxen der internationalen Kanzleien sind im Umbruch. Auf den ersten Blick verlagert sich das Gravitationszentrum des Finanzierungsgeschäfts in die kraft- und kapitalstrotzenden Wachstumsmärkte New York und London. Doch die strategische Widerstandskraft der Praxen auf dem europäischen Kontinent sollte nicht unterschätzt werden.

von Norbert Parzinger

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Für manche scheint sich der Brexit gelohnt zu haben. „Seit 2023 ist hier die Hölle los“, sagt ein Finanzierungsanwalt aus einer britischen Kanzlei. Fast jeden Monat melden Londoner Finance-Praxen hochkarätige Partnerzugänge. Gerade die US-Kanzleien investieren massiv. Einige Namen kennt man auch in Deutschland: Kirkland & Ellis, Paul Hastings und Sidley Austin etwa. Als Finance-Platzhirsche sind ihre deutschen Praxen bisher aber kaum aufgetreten. Mit am stärksten wuchs in London zuletzt die New Yorker Kanzlei Paul Weiss Rifkind Wharton & Garrison. Sie ist in Kontinentaleuropa gar nicht vertreten – und nutzt London als Brückenkopf für ihr europäisches Geschäft. Ein anderes Bild zeigen die meisten deutschen Finance-Praxen der internationalen Kanzleien, die zu den Schwergewichten im nationalen Markt zählen. Sie sind in den vergangenen Jahren unter dem Strich nicht gewachsen. Rechnet man die deutschen Teams für Kreditfinanzierung, Kapitalmarktrecht und Strukturierte Finanzierung in den wichtigsten britischen und US-Kanzleien zusammen, waren dort im Jahr 2024 sogar weniger Finance-Anwälte tätig als 2020.

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