Die große Restrukturierungswelle reißt nicht ab. Ganz vorne dabei sind die marktführenden Teams von Kliemt und Seitz, die große Personalabbaumaßnahmen bei Bayer, der BayWa oder Stellantis/Opel begleiten. Aber auch Boutiquen wie Schramm Meyer Kuhnke und Mittelständler wie LLR Legerlotz und Partner sind gefragt, etwa bei Konzernen wie Continental oder Miele. Die Unternehmen benötigen dabei weit mehr als arbeitsrechtliches Know-how auf Spitzenniveau. Vielmehr wird die strategische Beratung und Begleitung beim Aufsetzen des Projekts immer wichtiger. So steht ein Seitz-Team etwa dem Autobauer Ford bei dessen Restrukturierung umfassend zur Seite. Der VW-Konzern setzt den geplanten Abbau von bis zu 30.000 Stellen zwar primär mit Bordmitteln um, hat sich für die strukturellen und strategischen Fragen aber auf verschiedenen Ebenen des Konzerns Rat bei Sparringspartnern wie Kliemt und Gleiss Lutz geholt.
Viele Unternehmen stecken tief in der Krise und gehen den Stellenabbau mit klassischen Instrumenten wie Freiwilligenprogrammen oder wie Bayer mit der Zahlung üppiger Abfindungen an. Bei manchen ist sogar die Insolvenz nicht mehr abzuwenden. Hier sind Praxen mit Insolvenz-Know-how wie White & Case regelmäßig gefragt.
Eine Frage der Strategie
Auch in den Arbeitsrechtsteams selbst stellen sich strukturelle Fragen. Bleibt man beim Full-Service-Ansatz wie CMS Hasche Sigle und McDermott Will & Schulte? Oder fokussiert man sich bewusst wie A&O Shearman, Gleiss Lutz oder Linklaters auf bestimmte Bereiche der arbeitsrechtlichen Beratung? Mit Blick auf die Profitabilität scheint die Antwort auf der Hand zu liegen, weil (internationale) Großkanzleien einen anderen Umsatzdruck verspüren als so manch nationale Spezialkanzlei. Viele Arbeitsrechtspraxen größerer Einheiten fokussieren sich deshalb stärker auf globale Mandate. Boutiquen und Mittelständler wiederum halten vor allem die Fahne der Dauerberatung und des nationalen Geschäfts hoch. Doch ist das Feld wirklich so klar aufgeteilt? Mit Littler hat im vergangenen Herbst eine Boutique den Schritt in die weltweite Integration gewagt und will nun vor allem den Anteil ihrer internationalen Mandate weiter ausbauen. Und auch der Einfluss von Legal Tech und künstlicher Intelligenz wird eher zu- als abnehmen. Und wenn sich perspektivisch bestimmte Felder des Arbeitsrechts tatsächlich mit technischen Lösungen abbilden lassen, werden vielleicht auch eher standardardisierte Aufgaben wieder interessant für Kanzleien, die sich davon bisher bewusst verabschiedet haben.
Für den Moment haben bereits einige Kanzleien ihre Personalstruktur am – gegebenenfalls neuen – Geschäftsmodell ausgerichtet. Das wiederum hat Auswirkungen auf das Wechselkarussell in den Arbeitsrechtspraxen. Allen voran vollzog Grandseigneur Thomas Ubber seinen schon vielfach diskutierten und gut vorbereiteten Wechsel von A&O Shearman in seine eigene Einheit. Auch Linklaters ließ mit Dr. Timon Grau einen, wenngleich deutlich jüngeren, Arbeitsrechtspartner zu Pusch Wahlig ziehen. Zwei Partner von Pinsent Masons, die ihre Partnerschaft in Deutschland insgesamt verschlankt, wechselten zu Aderhold. Kliemt bekam nach Berlin im Vorjahr nun Verstärkung in München, und auch Seitz setzte ihren Expansionskurs munter fort und eröffnete im Juli einen weiteres Büro: Dieses Mal in Berlin, aber erneut mit einem Team von Advant Beiten. Eine baldige Eröffnung in HH ist bereits geplant. Doch die Boutiquen gehören nicht alleine zu den Profiteuren des Personalroulettes. Das zeigt das Beispiel Stephan Altenburg, der die 2009 von ihm gegründete Boutique verließ und künftig für SKW das Arbeitsrecht im Münchener Büro aufbauen wird.
Die Bewertungen behandeln Kanzleien, die Unternehmen in ihrer Eigenschaft als Arbeitgeber beraten und in Prozessen vertreten. Führungskräfteberater sowie auf Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsberatung spezialisierte Kanzleien sind in separaten Übersichten erfasst.
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