Einkünfte 2015 leicht gesunken

Jammern auf hohem Niveau bei US-Chefjuristen

Zwei Prozent weniger Geld als im Vorjahr hatten General Counsel in den USA 2015 im Schnitt in ihrem Portemonnaie. Nach mehreren Jahren des Anstiegs spiegelt sich darin jedoch weniger ein Problem der juristischen Zunft wider als eher eine Entwicklung der US-Wirtschaft.

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Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift ‚Corporate Counsel‘, die jedes Jahr aus öffentlich zugänglichen Informationen eine Übersicht der bestbezahlten Chefjuristen in US-Unternehmen entwickelt. In den Vereinigten Staaten muss jedes Unternehmen die Einkünfte seiner Spitzenmanager offenlegen. Die Tatsache, dass Konzerne, die wie General Electric ein Abonnement auf die Spitzengruppe hatten, darin aktuell nicht mehr vertreten sind, muss dabei nicht bedeuten, dass die General Counsel zuletzt weniger verdienten.

Teils sind aber andere Manager an ihnen vorbei gezogen (Die Top-Verdiener). Ihren Platz in dieser Liste räumen mussten dabei über General Electric hinaus auch die General Counsel von Time Warner, Bank of America und Google. Sie wurden unter anderem durch American Express und Lockheed Martin ersetzt. Die General Counsel dieser beiden Unternehmen sind zugleich die einzigen Frauen unter den Spitzenverdienern. Im Vorjahr waren die Männer noch unter sich.

Das Festgehalt der Rechtschefs, das zumindest in der Spitzengruppe den kleineren Teil der Vergütung ausmacht, stagniert bereits seit einigen Jahren – nur 2013 ging es signifikant bergauf. 2015 herrschte erneut Stillstand. Im Schnitt lag diese Grundvergütung bei den Top-100-General Counsel bei gut 700.000 US-Dollar. Die Grundgehälter der Chefjuristen, die in den großen US-Konzernen üblicherweise Vorstandsrang oder eine dem Vorstand entsprechende Position haben, folgen damit der allgemeinen Entwicklung der Managergehälter in den USA.

Der in der Regel bedeutendere Bestandteil der Vergütung sind aber Boni und leistungsbezogene Extrazahlungen. Beides ist seit 2010 immer populärer geworden. 2013 stiegen diese variablen Zahlungen um gut sechs Prozent, 2014 sogar um gut neun Prozent. Anders 2015: Im Durchschnitt sanken die Auszahlungen um knapp drei Prozent, die leistungsorientierten Sonderzahlungen sogar um gut neun Prozent.

Das dürfte jedoch kaum daran liegen, dass die Leistung der General Counsel schlechter geworden ist oder weniger gewürdigt wird. Vielmehr waren die großen Steigerungen eine Reaktion auf die vorangegangene Rezession. Nun normalisieren sich die Zahlungen wieder, die Wirtschaft entwickelt sich langsamer. In den USA stagnierten die variablen Vergütungsbestandteile wie auch die Grundgehälter der Manager insgesamt.

Weiter auf dem Rückzug ist die Vergütung in Aktienoptionen, die sich zu einem Auslaufmodell zu entwickeln scheinen. Sie verlieren seit Jahren an Bedeutung und sanken auch 2015 noch einmal um zwölf Prozent.

Trotz dieses eher verhaltenen Jahres nehmen die General Counsel der US-Konzerne im weltweiten Vergleich weiterhin die größten Beträge mit nach Hause. Statistiken aus den Vorjahren, die sich nicht auf die Großkonzerne konzentrieren, sondern die gesamte Bandbreite der US-Wirtschaft zur Grundlage machen, zeigen aber auch, dass das Durchschnittsgehalt in den USA gar nicht wesentlich höher ist als das hierzulande. Deutschland spielt dabei im europäischen Vergleich im guten Mittelfeld mit.

DIE TOP-VERDIENER

*Erfasst sind Festgehalt und Boni. Nicht eingerechnet sind Aktionoptionen und Aktienverkäufe. Berücksichtigt man diese Equity-Einkünfte liegen die General Counsel von Boeing und Walt Disney im zweistelligen Millionen-Dollar-Bereich. Quelle: Corporate Counsel

 

 

 

 

 

 

 

 

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