Die Verlegerfamilie Friedmann sah sich zu dem Schritt gezwungen, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung des Verlagshauses. Sie sehe sich nicht mehr in der Lage, weitere finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Nach Verlagsangaben haben sich die Verluste der ‚Abendzeitung‘ seit 2001 auf etwa 70 Millionen Euro summiert. Allein das Geschäftsjahr 2013 schlug mit einem Verlust von zehn Millionen Euro zu Buche.
Insolvenzverwalter Bierbach soll nun einen zahlungskräftigen Investor finden, der den Fortbestand des Boulevardblatts sichert. Die Zeitung soll weiterhin wie gewohnt erscheinen. Die Gehälter der 110 Mitarbeiter sind bis einschließlich Mai 2014 gesichert. Mit einer Auflage von knapp 106.000 Exemplaren liegt die Abendzeitung bezogen auf die Reichweite im Großraum München auf Platz 3 – nach der ‚Süddeutschen Zeitung‘ und der ‚tz‘.
Die Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach ist in München, Nürnberg und Hallbergmoos vertreten. Fünf Insolvenzverwalter betreuen vornehmlich Verfahren in Bayern und Thüringen. Namenspartner Bierbach war zuletzt als vorläufiger Insolvenzverwalter des Münchner Fondsanbieters FIHM zu sehen, der durch den Skandal um die Frankfurter Immobiliengruppe S&K in die Pleite getrieben worden war.
Ob und wer die Verlegerfamilie Friedmann hier berät, ist nicht bekannt. Sie verlässt sich aber rechtlich schon seit Jahren auf den Oppenländer-Partner Dr. Christoph Frhr. von Hutten. Er nahm das Mandat bei seinem Wechsel von Beiten Burkhardt 2011 mit in seine neue Kanzlei.