Steigende Einstiegsgehälter

Kampf um Associates geht in neue Runde

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  • JUVE

Erstmals seit vier Jahren haben Kanzleien wieder ihre Einstiegsgehälter für Associates erhöht, bisher insgesamt sieben Sozietäten. Hengeler Mueller zahlt seit Anfang Mai bis zu 10.000 Euro mehr und erhöhte ihr Angebot auf maximal 90.000 Euro. Zusammen mit Dewey Ballantine steht Hengeler damit an der Spitze der JUVE-Gehaltsübersicht.Die US-Kanzlei bietet Berufseinsteigern schon seit Jahresbeginn zwischen 85.000 und 90.0000 Euro. Alle genannten Zahlen beziehen sich auf das Festgehalt ohne mögliche zusätzliche Boni.

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Neben Hengeler haben auch zwei weitere unabhängige deutsche Kanzleien ihre Einstiegsgehälter für Associates erhöht: P+P Pöllath + Partner sowie Nörr Stiefenhofer Lutz.

In der Spitzengruppe des deutschen Gehälter-Markts finden sich aber vor allem amerikanische Kanzleien: Cleary Gottlieb Steen & Hamilton, Latham & Watkins oder Milbank Tweed Hadley & McCloy zahlen Einsteigern mit bis zu 87.000 Euro weiterhin Spitzensummen.

Gut die Hälfte der insgesamt 36 von JUVE befragten Kanzlei-Personalverantwortlichen hat nach eigener Aussage die neue Gehaltsrunde erwartet. Denn der aktuelle Wettbewerb um die Top-Absolventen hatte sich zuletzt bei sinkenden Bewerberzahlen und gleichzeitig gestiegener Nachfrage verschärft. Die Kanzleien in Deutschland sind wieder stark ausgelastet, der Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs steigt entsprechend merklich. Diese Entwicklung unterstützt den Aufwärtstrend bei den Einstiegsgehältern in Großkanzleien.

Bei führenden Regionalkanzleien sind die Anfangsgehälter dagegen bislang noch stabil. Allerdings stellen auch Anwälte aus der Umgebung der großen Anwaltsmetropolen einen steigenden Druck fest, verursacht durch die in Großkanzleien üblichen Gehälter. Kleinere Kanzleien in und um Düsseldorf, Frankfurt und München sind in den vergangenen Jahren auch verstärkt für hoch qualifizierte Bewerber interessant geworden. „Diese Bewerber sehen bei uns bessere Partnerperspektiven, erwarten aber auch eine bessere Bezahlung“, sagt der Namenspartner einer im Öffentlichen Recht spezialisierten Kanzlei in Rheinland-Pfalz. „Wir nutzen die Chance, diesen guten Nachwuchs an uns zu binden, und sind im Einzelfall bereit, ein besseres Salär zu zahlen.“

Meist entstehen solche Gehaltsspiralen in den USA. Diesmal fiel der Startschuss zum Gehälter-Wettlauf im Februar in New York: Mehrere führende Kanzleien hoben damals ihre Einstiegsgehälter deutlich an. Sullivan & Cromwell war vorgeprescht und erhöhte das Salär von 125.000 auf 145.000 Dollar, wies aber darauf hin, dass die Boni im Gegenzug sinken könnten (für Deutschland legt die Kanzlei ihre Einstiegsgehälter nicht offen). Nur einen Tag später zogen Simpson Thacher & Bartlett, Davies Polk & Wardwell sowie Milbank nach. Die New Yorker Top-Kanzleien reagierten damit auf eine neue Gehaltsrunde, die von den aufstrebenden Konkurrenten an der amerikanischen Westküste ausgelöst worden war.

Schon vor fünf Jahren hatten US-Kanzleien nach dem letzten Gehaltskrieg in den USA auch in ihren deutschen Büros die Gehälter angehoben – und zwangen die Konkurrenz hierzulande, ebenfalls nachzubessern. Lesen Sie dazu noch ausführlicher im aktuellen JUVE-Rechtmarkt auf Seite 6pdf ‚ (Sven Aretz)

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