125.000 Euro wird ein Associate bei Kirkland & Ellis ab sofort als Einstiegsgehalt verdienen, hinzu kommt ein leistungsabhängiger Jahresbonus. Die Kanzlei passt sich damit den Gehaltserhöhungen in den USA und Großbritannien an und zahlt 15.000 Euro mehr als zuvor.
In den USA hatten Berichten des amerikanischen Branchenmediums ‚Above the Law‘ zufolge mehrere US-Kanzleien ihre Einstiegsgehälter deutlich erhöht, nachdem die US-Kanzlei Cravath Swaine & Moore die seit Jahren etablierte Obergrenze von 160.000 Dollar durchbrochen hatte und ihren Berufsanfängern nun 180.000 Dollar (umgerechnet rund 160.000 Euro) zahlt.
Den Berichten zufolge bekommen in den USA unter anderem auch die Einsteiger bei Cleary Gottlieb Steen & Hamilton, Debevoise & Plimpton, Sullivan & Cromwell, Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan, Weil Gotshal & Manges und Milbank Tweed Hadley & McCloy ab jetzt 180.000 Dollar pro Jahr.
Auf JUVE-Nachfrage erklärte Carsten Berrar, Partner bei Sullivan & Cromwell in Frankfurt, die deutsche Praxis werde diesen Schritt nicht mitgehen. „Wir planen zur Zeit nicht, diese Gehaltserhöhung auch auf die Mitarbeiter des Frankfurter Büros zu erstrecken. Diese Entscheidung der Frankfurter Partner hängt mit der Wahrnehmung unserer Sozietät durch unsere Mandanten zusammen.“
Normalerweise zahlt die Kanzlei weltweit einheitliche Einstiegsgehälter. Trotzdem bleibt Sullivan auch in Deutschland der bestzahlende Kanzleiarbeitgeber mit 160.000 Dollar (umgerechnet ca. 142.000 Euro) Fixum jährlich für Associates im ersten Berufsjahr.
Auch die Milbank-Einsteiger werden in Deutschland nicht sofort mehr Geld auf dem Konto finden: Man passe die Gehälter hierzulande nicht automatisch an die US-Entwicklung an, erklärte eine Kanzleisprecherin. Dies erfolge in einem unabhängigen Rhythmus.
Cleary und Weil Gotshal wollten sich zu der Frage, ob die Gehaltssteigerungen auch in Deutschland übernommen werden, nicht äußern.
Zuletzt hatte Hengeler Mueller die Einstiegsgehälter in Deutschland deutlich angehoben. Sie zahlt ab Juli statt 105.000 Euro 120.000 Euro für Berufsanfänger mit LL.M-Titel. Ohne den Titel sind es 110.000 Euro.
Damit haben in der Rangliste der höchsten Einstiegsgehälter zwei neue Kanzleien in den Top-Five Einzug gehalten: Nach Sullivan folgen nun zusammen Milbank und Kirkland auf Platz zwei, Hengeler auf vier und Fried Frank Harris Shriver & Jacobson mit maximal 120.000 Euro auf Rang fünf.