Strategischer Neustart

Deutscher Managing-Partner von Herbert Smith wechselt zu Cleary

Cleary Gottlieb Steen & Hamilton baut ihre Präsenz in Deutschland wieder deutlich aus: Von der britischen Wettbewerberin Herbert Smith Freehills holt die New Yorker Kanzlei den bekannten Corporate-Partner Dr. Nico Abel an Bord. Der 50-Jährige amtierte bei Herbert Smith seit Sommer 2018 als Managing-Partner der deutschen Praxis.

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Nico Abel

Abel, der seine Laufbahn bei Freshfiels Bruckhaus Deringer begonnen und später bei Norton Rose Fulbright fortgesetzt hatte, war vor acht Jahren zu Herbert Smith gewechselt. Damals hatte die Kanzlei gerade ihr Deutschlandbüro eröffnet. Ab 2017  leitete er dann das Corporate-Team, bevor er ein Jahr später die Managing-Partner-Position übernahm.

In den vergangenen Jahren war er unter anderem im grenzüberschreitenden M&A-Geschäft tätig, vor allem im Fintech-Sektor. So beriet Abel die schwedische Payment-Anbieterin Klarna bei Zukäufen, sowie den elektronischen Zahlungsdienstleister Heidelpay, als jener das Pay-Later-Geschäft der österreichischen Paysafe erwarb. Er steuerte auch den Verkauf von Heidelpay an KKR und blieb an der Seite von Heidelpay – das  anschließend in Unzer unbenannt wurde –, um die die Übernahmen von Paysafe Pay Later, Clearhaus und Quickpay auszuhandeln. Zudem betreute er zahlreiche Transaktionen aus dem internationalen Netzwerk der Kanzlei.

Für Herbert Smith ist sein Weggang ein erneuter Schlag: Die Kanzlei verlor schon 2018 ihren damaligen Managing-Partner Michael Dietrich an Clifford Chance, er war damals ihr einziger Kartellrechtspartner in Deutschland. Der nun scheidende M&A-Anwalt Abel zählte zudem mit den beiden Transaktionspartnern Dr. Sönke Becker und Dr. Christoph Nawroth zu den auffälligsten Partnern hierzulande. 

Andererseits hatte Herbert Smith im vergangenen Herbst ein Team um den DLA Piper-Partner Jan Eltzschig und die Counsel Heike Schmitz ins Düsseldorfer Büro geholt, um das Transaktionsgeschäft im Versicherungssektor auszuweiten. Da beide gleich in die Partnerriege aufgenommen wurden, zählt die M&A-Praxis nach Abels Weggang fünf Equity-Partner, fünf Counsel und acht Associates.

Neustart bei Cleary

Cleary Gottlieb arbeitet in Deutschland an einem Neustart ihres Corporate-Teams. Die US-Kanzlei zählte vor vielen Jahren zu den umtriebigsten Praxen im Cross-Border-Geschäft und hatte bei der Daimler-Chrysler-Fusion Ende der 1990er-Jahre ebenso eine prominente Rolle inne wie bei der öffentlichen Übernahme von Unicredit/HVB vor über 15 Jahren.

Nach einigen Weggängen – darunter dem Wechsel des M&A-Partners Dr. Oliver Schröder zu SZA Schilling Zutt Anschütz 2019 – fuhr sie jedoch auch ihre Kapitalmarkt- und Finanzierungsteams um Ward Greenberg zurück und fokussierte sich auf die drei Bereiche  Corporate/M&A, Kartellrecht und Konfliktlösung.  

Aktuell sind bei Cleary für das Deal-Geschäft federführend M&A-Praxisleiter Michael Ulmer, der 2016 von Allen & Overy gekommen war, und der erfahrene Counsel Michael Brems tätig, die sich beide eng mit der renommierten Kölner Kartellrechtspraxis abstimmen. Brems war dem Vernehmen nach an der Seite der Hillhouse Capital Group, als sie für den Augenmedizintechniker Schwind eye-tech-solutions bot. Ulmer hatte zuletzt beispielsweise den Disney-Konzern beim Verkauf seiner Anteile an Super RTL und DCC Healthcare beim Erwerb der Wörner Medizinprodukte Gruppe beraten. 

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