Ebner Stolz hatte bislang über ihr internationales Netzwerk Nexia, das über 57 Partnerbüros in der Volksrepublik hat, schon enge Kontakte nach China. Mit der eigenen Präsenz möchte die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft nun den deutschsprachigen Service ausbauen. „Nach wie vor bestehen sprachliche und auch kulturelle Barrieren“, begründet Christian Fuchs, Partner bei Ebner Stolz in Stuttgart, den Expansionsschrit, „unsere Mandanten fordern einen deutschen Ansprechpartner vor Ort, der die Herausforderungen des chinesischen Marktes kennt.“
Das Team unterstützt bei Unternehmensgründungen vor Ort, die häufig über Joint-Venture-Konstruktionen erfolgen, sowie bei internen oder behördlichen Prüfungen, die auf Tochterfirmen zukommen können. Geleitet wird es von den Partnern Dr. Gerald Neumann, Eileen Wu und Christian Vogt. Jurist Neumann hatte nach Stationen bei Wotax International und EunaCon Consulting in den vergangenen Jahren die Beratungseinheit Fan Chan & Dr. Neumann Business in Schanghai mitgeführt, wo auch Steuerexperte Christian Vogt Anfang 2017 Partner wurde. Beide hatten zuvor mehrere Jahre für die Deutsche Bank in Asien gearbeitet. Die Wirtschaftsprüferin Wu wiederum bringt Erfahrung von KPMG und Ernst & Young mit.
Inbound und outbound unterwegs
Ebner Stolz berät nicht nur deutsche Mandanten wie beispielsweise Automobilzulieferer, Fußballclubs und Modehersteller in China, sondern begleitet regelmäßig über ihren China-Desk auch chinesische Unternehmen bei M&A-Transaktionen auf dem europäischen Markt. Aufgesetzt wurde der China-Desk, der von Senior-Manager Ran Chen geleitet wird, vor fünf Jahren.
Das Team war jüngst auch im Einsatz, als der strategische Investor Shenzhen Kaizhong Precision den Automobilzulieferer SMK aus Filderstadt erwarb. Während Ebner Stolz dabei das Transaktionsmanagement, die Due-Diligence-Prozesse und die steuerliche Strukturierung übernahm, wurde Shenzhen Kaizhong rechtlich von einem Team rund um Partnerin Dr. Sandra Link von King & Wood Mallesons (KWM) beraten. Die Familiengesellschafter wiederum setzten beim Unternehmensverkauf auf ein Team von CMS Hasche Sigle, das von Dr. Claus-Peter Fabian angeführt wurde. Zudem wurde das M&A-Team der Landesbank Baden-Württemberg in die Cross-Border-Transaktion eingebunden, die zugleich als Nachfolgeregelung diente.