Druck bei Lovells

Equity-Partner müssen gehen

Lovells legt in diesen Tagen weltweit rund 25 Partnern nahe, die Kanzlei zu verlassen. In Deutschland sind verschiedenen Quellen zufolge zwischen fünf und acht Equity-Partner betroffen. Dies erfuhr JUVE am vergangenen Freitag aus gut unterrichteten Kreisen.Die englische Sozietät will mit der Maßnahme ihre Profitabilität verbessern. Sich aktiv von Partnern zu trennen, sei vor allem auf Initiative einiger sehr umsatzstarker Partner beschlossen worden.

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Aus dem Umfeld des Lovells-Management heißt es, es werde definitiv zu Trennungen von Partnern in Frankfurt, aber auch in Berlin kommen. Konkrete Namen kursieren bereits. Ein Lovells-Partner berichtete zudem, auch Hamburg und Düsseldorf seien betroffen. Der Zeitpunkt sei noch nicht definitiv festgelegt. Das Ende des Geschäftsjahrs im Frühjahr scheint jedoch eine Option zu sein. Den Anwälten soll eine Abfindung in Höhe einer durchschnittlichen Partner-Jahresvergütung angeboten werden.

Wie es heißt, sollen diejenigen gehen, die über die vergangenen drei Jahre jeweils einen Umsatz von unter einer Million britische Pfund erwirtschaftet haben. Allerdings soll letztlich ein ganzes „Bündel an Kriterien“ eine Rolle gespielt haben.

Außer den Partnern, denen ein kurzfristiges Ausscheiden nahe gelegt wird, gibt es dem Vernehmen nach noch eine zweite Gruppe: Diese umfasst Partner, denen eine Frist eingeräumt wird, in der sie ihren Umsatz verbessern können. Sollte das nicht gelingen, würden auch sie mit Einschnitten zu rechnen haben. Zur Frage, ob es sich hierbei um eine weltweit strukturierte Maßnahme handelt oder um eine „Verwarnung“ aufgrund der ohnehin regelmäßig stattfindenden Partner-Reviews, gibt es unterschiedliche Einschätzungen in der Kanzlei.

Die Maßnahmen bilden das Ende eines längeren, durch das internationale Executive Committee in Gang gesetzten Prozesses. Eine Arbeitsgruppe habe sich über mehrere Wochen die weltweite Partnerschaftsstruktur angesehen. Man habe diesen Prozess jetzt zum Abschluss bringen wollen, um alle Spekulationen darüber zu beenden, wer betroffen ist. Das Ziel sei es, weltweit 2.000 Lockstep-Punkte einzusparen. Der Lockstep beginnt bei 24, die Plateau-Partner liegen bei 60 Punkten. Von diesen Partnern mit der höchsten Gehaltsstufe gibt es Kanzleiinsidern zufolge in Deutschland etwa 25.

JUVE-Informationen zufolge hat sich jedoch schon vor der offiziellen Umsetzung der Beschlüsse einiges getan. So ist offenbar bereits mindestens zwei Partnern in Frankfurt und Hamburg der Equity-Status entzogen worden.

Zudem wurden – im Vorfeld der aktuellen Entwicklung – zwei Abgänge von Equity-Partnern bekannt: In Berlin ist der Notar Klaus Racky gegangen, in Frankfurt IT/IP-Rechtler Dr. Hartwig Graf von Westerholt. Der 60-jährige geht im Februar 2005 zu der Frankfurter Kanzlei Schiedermair, die 2001 von Oppenhoff & Rädler-Partnern gegründet wurde. Westerholt wird dort der neunte Partner. Über den Wechsel sei schon seit rund einem Jahr gesprochen worden, hieß es bei Schiedermair.

Die Reaktion auf die jüngsten Ereignisse ist durchwachsen. Befürworter der Beschlüsse erklärten, nur durch eine Bereinigung der Partnerschaft sei es letztlich möglich, jüngere und gute Leute nach vorn zu bringen. Die Stimmung innerhalb der Kanzlei bringt ein anderer Partner auf den Punkt: „Irgendwann haben die Dinge eine Dimension erreicht, dass man sich zurückhält.“

Eine offizielle Stellungnahme der Kanzlei gab es bislang nicht. (Astrid Jatzkowski, Jörn Poppelbaum)

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