Hoyng ROKH Monegier ist eine der ersten europäischen rein auf IP-Beratung spezialisierten Boutiquen. Die Kanzlei mit inzwischen über 100 Anwälten entstand Ende 2015 aus dem Zusammenschluss der deutschen Reimann Osterrieth mit der niederländisch-französischen Hoyng Monegier. Inzwischen sind Büros in Düsseldorf, München, Mannheim, Amsterdam, Brüssel, Madrid und Paris entstanden. Damit ist Hoyng an fünf wichtigen Standorten des geplanten einheitlichen europäischen Patentgerichtes, Unified Patent Court (UPC), präsent.
Im April wird die komplette Boutique Véron & Associés in das Pariser Büro des Monegier-Arms ziehen. Der Zusammenschluss wird zum Juni gesellschaftsrechtlich vollzogen. Im französischen Markt wird die Kanzlei dann auch den Namenszusatz Véron nutzen.
Das Véron-Team ist rein auf Patentlitigation fokussiert – ein Alleinstellungsmerkmal im französischen Markt. Als Partnerinnen stoßen Sabine Agé (47), Amandine Métier (37) und Florence Jacquand (40) hinzu. Sie bringen zwei Counsel und vier Associates mit. Das Patentteam von Hoyng in Paris umfasst derzeit mit Denis Monégier du Sorbier, Benoît Strowel, Sophie Micallef drei Partner. Insgesamt sind dort 14 Anwälte tätig, davon fünf Partner.
Kein loses Netzwerk mehr
Mit der Fusion verstärkt sich der französische Arm von Hoyng ROKH Monegier signifikant in der Patentlitigation: Ein strategisch geschickter Zug, der zum einen auf die Vorbereitung des Unified Patent Court (UPC) zurückgeht und zum anderen von der Tatsache getrieben wird, dass die Bedeutung der Zusammenarbeit in den zentralen europäischen Litigationnationen in Patentfällen seit Jahren zunimmt.
Tatsächlich haben insbesondere auch das deutsche Team und Véron in der Vergangenheit schon in einigen großen Prozessen im Pharma- und Telekommunikationssektor zusammengearbeitet, zum Beispiel für Gilead. Dies soll nun noch verstärkt werden. Hoyng ROKH Monegier hebt sich damit vom Wettbewerb der nationalen IP-Boutiquen ab, die in losen Netzwerken zusammenarbeiten. In der Konkurrenz mit international vernetzten Großkanzleien hat die Boutique den Vorteil, dass sie, rein auf IP fokussiert, nicht die Konflikte um Mandate aus IP-fremden Rechtsbereichen austragen muss.
Véron begibt sich damit in eine feste internationale Zusammenarbeit. In die Jahrzehnte lang führende französische Patentlitigation-Boutique war im Zuge des altersbedingten Rückzugs ihres Namenspatrons Pierre Véron und der Vorbereitung auf das UPC Unruhe gekommen. Sichtbares Zeichen war der überraschende Wechsel von Thomas Bouvet Ende 2016 zu Jones Day. Bouvet gilt als Ziehsohn von Véron. Seitdem rissen Spekulationen über den zukünftigen Kurs und insbesondere die Rolle des kleinen, nationalen Teams der übrig gebliebenen Kanzlei in internationalen Patentfällen nicht ab.
Namensgeber Pierre Véron war auf französischer Seite maßgeblich an der Entstehung des UPC beteiligt. Gleiches gilt auch für Willem Hoyng auf niederländischer Seite. Zudem engagieren sich beide Fusionspartner in der Anwaltsvereinigung Eplaw.