25 Jahre JUVE Rechtsmarkt

Gestatten: Friedrich Merz, Corporate-Chef bei Mayer Brown 

Autor/en
  • Aled Griffiths

Wir blicken zum Jubiläum zurück auf besonders denkwürdige Ereignisse und Titelbilder aus einem Vierteljahrhundert. Heute: Friedrich Merz im Interview von 2012. "Ein guter Anwalt gehört nicht in die Öffentlichkeit."

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Richter auf Probe, Syndikus, Anwalt bei Leinen & Derichs und CBH, Aufsichtsratsvorsitzender, Lobbyist und Inhaber zahlreicher politischer Ämter – Friedrich Merz hat in seiner Laufbahn schon viele Hüte aufgehabt. Als JUVE den heutigen CDU-Bundesvorsitzenden und Oppositionsführer im Frühjahr 2012 interviewt, ist er gerade neuer Corporate-Chef bei Mayer Brown – und ganz Anwalt. Kurz zuvor hatte die US-Kanzlei ihre Büros in Köln und Berlin geschlossen und stattdessen in Düsseldorf eröffnet. Als Merz gefragt wird, warum die Entscheidung intern recht spät verkündet wurde, klingt in seiner Antwort schon stark der Machtpolitiker durch: „Solche Dinge können Sie nicht basisdemokratisch entscheiden. Als der Entschluss gefasst war, haben wir ihn auch umgehend kommuniziert. Eine größere interne Unruhe und Diskussion, die ich im Anschluss durchaus erwartet hätte, hat es nicht gegeben. Natürlich ist es unvermeidlich, dass der eine oder andere aus persönlichen Gründen den Schritt an einen neuen Standort nicht mitgeht. Der Großteil der Teams aus beiden Büros ist aber mit nach Düsseldorf gewechselt.“

Für Mayer Brown ist Merz bereits seit 2005 tätig – zunächst parallel zu seinem politischen Engagement. Nachdem er den Machtkampf mit Angela Merkel verliert, zieht er sich 2009 aus der Politik zurück, konzentriert sich auf seine Rolle als Vorsitzender der Atlantik-Brücke und profiliert sich in der Corporate-Praxis von Mayer Brown. Wettbewerber loben ihn für seine Arbeit als Veräußerungsbevollmächtigter für die WestLB. Gefragt, ob er sich künftig auf Mandate wie dieses konzentrieren wolle, gibt er sich zurückhaltend: „Solche Mandate sind eine große Herausforderung und daher auch interessant, aber ehrlich gesagt möchte ich solche Mandate nicht ausschließlich haben. Man gerät zwangsläufig in die Öffentlichkeit und da gehört ein guter Anwalt nach meinem Verständnis nicht hin.“ Eine Rückkehr in die Politik will er 2012 auch nicht ausschließen. Bis es soweit ist, dauert es aber noch: Zwei Jahre später wechselt Merz bei Mayer Brown in eine Senior-Counsel- Rolle, spielt aber weiterhin eine wichtige Rolle, als die Corporate-Praxis 2015 Cleary Gottlieb Steen & Hamilton-Partner Klaus Riehmer holt. 2021 wird Merz nach zwei erfolglosen Versuchen zum Parteivorsitzenden der CDU gewählt. Den Hut als Anwalt hat er danach erst einmal abgesetzt.

Und was war in den restlichen 24 Jahren los? Den gesamten Jubiläumsbeitrag lesen Sie hier.

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