Immobilienkonzern WGF

Insolvenz diesmal mit White & Case-Verwalter

Der Düsseldorfer Immobilienkonzern Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung (WGF) hat gestern zum zweiten Mal nach 2012 einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht bestellte Dr. Biner Bähr von White & Case zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Er ist auch für die Muttergesellschaft WGF Finanzgruppe Holding und die Tochtergesellschaft Ilse Bau und Planung zuständig.

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Der Düsseldorfer Immobilienkonzern Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung (WGF)  hat gestern zum zweiten Mal nach 2012 einen Insolvenzantrag gestellt. Das Amtsgericht bestellte Dr. Biner Bähr von White & Case zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Er ist auch für die Muttergesellschaft WGF Finanzgruppe Holding und die Tochtergesellschaft Ilse Bau und Planung zuständig.

Biner Bähr
Biner Bähr

Bähr ist einer der bekanntesten deutschen Verwalter und wird von Insolvenzgerichten im Rheinland häufig mit schwierigen Insolvenzverfahren betraut. Unter anderem verwaltet er den Energieversorger Teldafax, für dessen Gläubiger er mehrfach erfolgreich Anfechtungsprozesse geführt hat. Für seine Kanzlei White & Case und speziell die Insolvenz-GbR war die Woche ereignisreich: Erst am Mittwoch war Bettina Schmudde in Schwerin zur Verwalterin von German Pellets bestellt worden.

WGF teilte zur Begründung seines Insolvenzantrags mit, dass eine Neubewertung des Portfolios erheblichen Abschreibungsbedarf und damit eine bilanzielle Überschuldung ergeben habe. Bereits kurz vor Weihnachten hatte WGF gemeldet, dass sich der Verkauf zweier Liegenschaften verzögere und insofern Ausschüttungen an Gläubiger verschoben werden müssten. Anders als 2012 handelt es sich um ein insolvenzrechtliches Regelverfahren. Damals hatte WGF ein Verfahren in Eigenverwaltung beantragt, vor allem mit der Begründung, den Wert aus noch nicht abgeschlossenen Projektentwicklungen zu erhalten.

Bei WGF zog zunächst Bernd Depping von dnp Depping (heute BDO Restructuring) als Insolvenzexperte und Chief Restructuring Officer in den Vorstand ein, zum Sachwalter bestimmte das Amtsgericht Düsseldorf den Berliner Insolvenzverwalter Prof. Rolf Rattunde von der Kanzlei Leonhardt & Partner (heute Leonhardt Rattunde). Das Engagement von Anlegerschützern bei der Aushandlung des Insolvenzplans erregte 2013 viel Aufsehen, da sie sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat Plätze beanspruchten. Der Insolvenzplan trat im September 2013 in Kraft.

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