Nordzucker hat das Referat indes eigens geschaffen, um der Position eine stärkere Bedeutung beizumessen: Die Vorstandsassistenz war bisher nicht mit Juristen besetzt, so dass die inhaltlichen Aufgaben mit Gorissen deutlich ausgebaut wurden.
Der Jurist wird sich mit Blick auf die so genannte „good corporate governance“ vor allem mit Aktienrecht befassen. Dabei begleitet er etwa die Hauptversammlungen und widmet sich der Prozessoptimierung, etwa bei der Integration des kürzlich erworbenen dänischen Unternehmens Danisco. Zudem wird er Sitzungen des Vorstands und des Aufsichtsrats vorbereiten und begleiten. Das Referat bildet somit eine Schnittstelle zwischen Aufsichtsrat, Vorstand und den operativen Geschäftseinheiten.
Gorissen war zuvor seit März 2000 bei Siemens in München und Erlangen tätig. Zuletzt hatte er in dem Team mitgearbeitet, das die Ermittlungen von Debevoise & Plimpton und Deloitte bei der Korruptionsaffäre gesteuert hat. „Die Arbeit bei Siemens war spannend, aber in diesem kleineren Unternehmen reizen mich in dieser Position die deutlich stärkeren Gestaltungsmöglichkeiten“, so Gorissen.
„Herr Gorissen war ein hervorragender Mitarbeiter, der in einigen Jahren auch bei uns für Führungsaufgaben in Betracht gekommen wäre“, sagte Solms Wittig, General Counsel Corporate & Finance bei Siemens in München. „Aber ihm wurde eine tolle Position angeboten, die einen klaren Karriereschritt darstellt, so dass wir seine Entscheidung verstehen und ihm alles Gute wünschen.“ Bei Siemens arbeiten weltweit 550 Juristen in der Rechtsabteilung, die erst vor wenigen Monaten vollständig neu organisiert worden war.
Erstmals veröffentlicht auf www.juve.de am 16. September 2008