Kölner Sonderlösung

Linklaters lagert Markenverwaltung um IP-Partner Jonas aus

Linklaters verabschiedet sich weltweit von ihrem Geschäft mit der Anmeldung und Verwaltung von Marken. In Deutschland lagert die Kanzlei zum Jahreswechsel den Bereich um den renommierten Kölner IP-Partner Kay-Uwe Jonas in eine unabhängige Gesellschaft aus. Mit Jonas gehen weitere vier Anwälten und rund 20 nicht-anwaltlichen Mitarbeitern. Das Team wird seine Arbeit jedoch weiter in den Räumen des Kölner Linklaters-Büros fortsetzen. Der Leiter der Londoner Markenverwaltungspraxis Roland Mallinson (40) wechselt dagegen zum Dezember zu Taylor Wessing.

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Linklaters kam nach einer regulären Überprüfung von Strategie und Beratungsangebot ihres Commercial-Bereichs zu dem Schluss, dass das Markenverwaltungsgeschäft andere Anforderungen als das komplexe grenz- und fachbereichsübergreifende Beratungsgeschäft der Gesamtkanzlei stelle. „Der Grund für die jetzige Entscheidung war nicht die mangelnde Profitabilität“, sagte der Berliner Partner Dr. Stefan Lütje, der zuständig für die deutsche IP-Praxis ist. „Das Verwaltungsgeschäft ist ein Massengeschäft und erfordert zum Beispiel einen großen Unterbau, dies passt nicht zu der Highend-Strategie von Linklaters.“

Die Sozietät habe jedoch die Rolle der IP-Praxis als wichtigen Bestandteil ihres Beratungsangebotes bestätigt. „Wir fokussieren uns weiterhin auf das IP-Highend-Standalone-Geschäft und die Beratung in Branchen, in denen das IP-Know-how besonders gefordert ist, z. B. Media/Entertainment, TMT oder Automotive, außerdem auch bei Transaktionen, in denen IP eine immer größere Rolle spielt“, so Lütje weiter.

Dass man sich in Köln nun nicht gänzlich von dem Bereich trennt, sondern eine Kooperationsvereinbarung getroffen hat, ist größtenteils historisch bedingt: Der Name Oppenhoff stand lange traditionell für die Beratung im gewerblichen Rechtsschutz und bildete ein Fundament des Büros. Die IP-Praxis wurde jedoch bereits im Zuge der Fusion mit Linklaters 2001 heruntergefahren und zunehmend auf die Verwaltung großer Markenportfolios konzentriert, zahlreiche Partner haben seither die Kanzlei verlassen.

„Linklaters und die neue Gesellschaft werden eng kooperieren“, sagte Lütje. „Linklaters-Mandanten werden so weiterhin vom umfassenden Marken-Know-how von Kay-Uwe Jonas und seinen Mitarbeitern profitieren.“ Die Idee zu der jetzigen Lösung entwickelten die IP-Partner gemeinsam. „Für die Mandanten wird sich praktisch nichts ändern, sie können sogar von einer noch effizienteren Anmeldung und Verwaltung ihrer Marken profitieren“, so Jonas, der seit 1996 Partner bei Linklaters ist. Er wird die neue Gesellschaft leiten, als zweiter Partner steigt Dr. Martin Viefhues ein. Der Junior Partner hat unter Mandanten ebenfalls einen guten Ruf für die Betreuung weltweiter Markenportfolios.

„Wie werden unseren Schwerpunkt weiter bei der Verwaltung großer Portfolios setzen“, sagte Jonas. „Wir können uns allerdings etwas freier bewegen, da wir dann nicht mehr so strikt an die Premium-Mandanten gebunden sind. Auch in der internationalen Zusammenarbeit werden wir flexibler.“

Anders als in Deutschland setzt Linklaters in London und Madrid nicht auf eine Kooperationslösung. In London wird der Leiter der Verwaltungspraxis Roland Mallinson die Kanzlei zum Dezember verlassen und sich mit mindestens fünf Associates Taylor Wessing anschließen. Der Solicitor war seit 1992 bei Linklaters, 2001 wurde er Partner. Im Jahr darauf übernahm er die Leitung der Verwaltungspraxis. Für Taylor Wessing bedeutet sein Zugang eine deutliche Verstärkung, von der auch die renommierte deutsche Markenpraxis profitieren dürfte, da diverse multinationale Markenartikler wie etwa Sottish & Newcastle zu seinen Mandanten zählen. Das englische Markenteam von Taylor Wessing besteht bislang aus 13 Berufsträgern, in ganz Europa sind es 25.

Bei Linklaters in Madrid, dem dritten Standort, in dem Marken verwaltet wurden, verlässt die Managing Associate Joanna Gray die Kanzlei. Gray war bis 2005 im Alicante-Büro tätig, nach dessen Schließung aber nach Madrid gewechselt. Ihr genaues Ziel und der Zeitpunkt ihres Ausscheidens war bis Redaktionsschluss nicht bekannt.

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